Kultur

Akt-Performance auf ehemaligem Busbahnhof

Veröffentlicht am 22.10.2018 von Robert Klages

Die Künstlerin Finja Sander hab ich mal zufällig auf dem jährlichen Rundgang der Universität der Künste getroffen. Sie lag da nackt auf dem Boden – der Security gefiel das nicht so gut.

Sie macht Performance-Kunst – diesmal mit ihrem Tau. Am Samstag hatte sie eine Performance am ehemaligen Busbahnhof am Weißenseer Weg angekündigt. Das verlassene Gelände ist umzäunt, daher muss man da erstmal rüber. Es kamen rund zehn UdK-Studierende, auch einigen Personen an der Tramstation schauten mal nach, was da los ist. Hier Fotos von der Aktion.

Auf dem Gelände des ehemaligen Bahnhofs sollen nächstes Jahr übrigens Wohnungen entstehen. Sander plant bereits die nächste Performance – diesmal an einem S-Bahnhof in Lichtenberg. Sie würde sich wünschen, dass die Leute ihre Bilder erstmal annehmen und wahrnehmen – ohne den Druck zu verspüren, eine Erklärung zu bekommen. Sie möchte das „reine Bild raussenden“. Es geht ihr um die Akzeptanz des Körpers als Gegenstand performativer Akte – nicht als Träger von Identität, Geschlechtszuweisungen, biografischen Elementen etc. Im Moment der Performance sei der Körper frei von jeglichen Zuschreibungen.

Sander performt immer mit einem Gegenstand. In der UdK war es ein Rollbrett  – diesmal ein Seil. Das Material wird was Lebendiges, es ist eine Auseinandersetzung – Körper und Material begeben sich auf eine Stufe. Zudem fand es diesmal außerhalb des Schutzraumes Kunst (UdK) statt, Premiere.