Kultur

Vom Nöldnerplatz ab führt der steinige Weg zu dem bunten Künstlerdorf auf dem alten Bahngelände

Veröffentlicht am 11.06.2019 von Carina Kaiser

Den Eingang kann finden, wer einmal hinter die Treppen des nordwestlichen Ausgangs vom S-Bahnhof lugt. Das Schild mit der Inschrift „B.L.O-Ateliers“ und dem Pfeil weist den Weg zu einer der größten Künstlergemeinschaften in Berlin. 2004 haben sich hier Künstler und Künstlerinnen ein Kleinod auf einer Fläche von 11.000 Quadratmeter geschaffen, der in der Berliner Szene nicht mehr wegzudenken ist. Knapp 100 Menschen arbeiten und produzieren auf dem Gelände des ehemaligen Bahnbetriebswerks Berlin-Lichtenberg-Ost. Auf dem Relikt der 00er Jahre, umgeben von Gleisen und im Charme der wilden, ewig-unfertigen Hauptstadt ist hier ein kreativer Ort entstanden. Wo die Lokführer früher schliefen, spielen heute Bands. Künstlerkollektive, verschiedene Werkstätten, Fahrradbau, Modedesign, Möbelbau, Film-, Foto-, Graphikdesign und vieles mehr haben hier einen Platz gefunden, um ihre Kreativität auszuleben (hier gibt’s Eindrücke in der Fotoreportage über das Gelände).

Wollen Sie sich selber davon überzeugen und einen Blick in den Kreativ-Dschungel werfen? Am Samstag, dem 15. Juni haben Sie die Möglichkeit dazu, beim Tag der offenen Tür des B.L.O.-Ateliers. Ab 14 Uhr gibt’s ein vielfältiges Programm mit geöffneten Ateliers und Werkstätten, Workshops, Performances, Theater, Live Musik, DJs, Essen und Trinken. Auch wenn Berlin keinen Anlass zum Feiern braucht, am Samstag wird im B.L.O. gleich doppelt gefeiert. Denn vor ca. 125 Jahren wurde das Bahnbetriebswerk Berlin-Lichtenberg-Ost mit einem Festakt eröffnet. Und seit 15 Jahren residiert der Trägerverein Lockkunst e.V. als selbstverwaltetes Gemeinschaftsprojekt Ateliers.