Namen & Neues

AfD will eine Ausstellung ins Rathaus holen, die es schon lang nicht mehr gibt

Veröffentlicht am 19.02.2018 von Robert Klages

Was die AfD so macht? Sie hat einen Antrag gestellt, die Wanderausstellung „Tatmotiv Ehre“ der Frauenrechtsorganisation „Terre de Femmes“ nach Lichtenberg zu holen. Ins Rathaus, um genauer zu sein. Nach dem „Ehrenmord“ an einer Schwangeren in Hohenschönhausen im Jahre 2015 müsse die Bevölkerung aufgeklärt werden. Antragsteller Heribert Eisenhardt sagte, „Ehrenmorde“ seien ein Phänomen aus den Ländern, aus denen die Geflüchteten kommen. „Ziel soll es sein, eine Null-Toleranzpolitik gegenüber dieser Lebensart zu dokumentieren.“ Eisenhardt in Sorge: Diese Fälle von Ehrenmord könnten „nicht mehr nur Ausländer“, sondern auch deutsche Frauen treffen, also „auch unsere Töchter.“

Die CDU war sogar kurz davor, dem AfD-Antrag zuzustimmen. Allerdings nur, wenn er in abgeänderter Form und mit einer anderen Begründung formuliert würde. Auch die anderen Fraktionen hielten die Ausstellung für durchaus sehenswert. Eine Überweisung in den Kulturausschuss stand kurz bevor. Doch dann stellte sich heraus, dass die besagte Ausstellung seit 2016 nicht mehr verfügbar ist. Der Link in dem Antrag von Eisenhardt führt ins Nichts. Birgit Stenzel von der Linkspartei sei selbst bei „Terre de Femmes“ tätig, wie sie anmerkte. Die Ausstellung gebe es nicht mehr. Zudem sei der Mord in Hohenschönhausen kein Ehrenmord, sondern ein „rein deutsch-deutscher Mord“ gewesen. Hier nachzulesen: „Als Motiv für die Tat nannte das Gericht das Bedürfnis des werdenden Vaters Eren T., die Schwangerschaft um jeden Preis abzubrechen, um sein Leben frei und unbeschwert weiterleben zu können.“

„Der Antrag der AfD ist rassistisch und er muss weg“, so Stenzel. Zu einer Abstimmung kam es dann auch gar nicht mehr. Eisenhardt sagte, „viel recherchiert“ zu haben. Der Fehler müsse bei Terre de Femmes liegen, die Ausstellung sei vielleicht rausgenommen worden.

 

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