Namen & Neues

Smart Homes: Die Zukunft des Wohnungsbaus integriert Fahrräder

Veröffentlicht am 23.04.2018 von Robert Klages

Das Projekt „Wohnen leitet Mobilität“ vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat einige Ideen, wie die Wohnungen der Zukunft aussehen könnten. „Intelligente Mobilität vor Ort angehen“ heißt das Projekt. Berlin-Lichtenberg ist eine von fünf Projektregionen. Die anderen: Hannover, Kiel, Darmstadt, Chemnitz. Der VCD versucht durch Dialogtreffen  Wohnungsbaugesellschaften und Mobilitätsunternehmen zusammenzubringen. „Nextbike“, ein Leihfahrradunternehmen ist beispielweise dabei. Die Berliner Verkehrsbetriebe allerdings wohl noch nicht. Anwesend beim Dialogforum am 18. April waren u.a.: Howoge, Deutscher Mieterbund, WBM Wohnungsbaugesellschaft, Vertreter*innen der Bezirksämter aus Mitte, Marzahn-Hellersdorf und Neukölln sowie der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen.

Die Häuser oder die Wohnblöcke der Zukunft sollen mit digitalen Haustafeln ausgestattet sein, auf denen Bus-Abfahrtszeiten etc. schnell ablesbar sein sollen. So stellt sich der VCD das vor. Denn vielen Mieter*innen seien die ÖPNV-Angebote in ihrem Umfeld nur unzureichend bekannt. Außerdem könnte es ein „Mieterticket“ geben zur Nutzung des ÖPNV, welches die Verkehrsbetriebe in Zusammenarbeit mit der Wohnungsbaugesellschaft vergünstigt anbieten könnten. Die Vision des VCD geht noch weiter: Die Wohnhäuser könnten einen Radverleih anbieten. Oder hauseigene Fahrräder, die den Mieter*innen zur Verfügung stehen. Auch Lastenräder und E-Bikes natürlich. Kein beschwerlicher Weg in den Fahrradkeller mehr, sondern gesicherte Abstellboxen und ein direkter Fahrradweg vom Keller auf die Straße. Oder sichere, witterungsgeschützte Radabstellanlagen außerhalb des Hauses. Zudem könnte es wohnungsnahme E-Carsharing-Stationen geben.

Man stelle sich die Wohnungsanzeige vor: „Im Mietpreis ist ein vergünstigtes Jahresticket zur Nutzung von Bussen und Bahnen in Berlin inbegriffen. Zudem verfügt das Wohnhaus über frei zur Verfügung stehende Fahrräder und Lastenräder.“ In Bielefeld gibt es derartige Mietertickets seit 2003. BGW Bielefeld und moBiel arbeiten daran zusammen. Noch schöner wäre: ein „Mieter*innenticket“.

Die Möglichkeiten des ökologischen Wohnungsbaus sind enorm und werden noch so gut wie überhaupt nicht angewandt. Einzelne Standorte gibt es bereits. Zum Beispiel der „DomagkPark“ in München mit 74 Wohneinheiten. Fahrräder, Lastenräder, E-Roller, E-Autos und Monatstickets für den ÖPNV stehen den Bewohner*innen zur Verfügung. Ähnliches ist in Berlin-Falkenberg geplant. Hier sollen 600 Wohnungen bis 2020 entstehen. Auf dem Grundstück sind Stationen für unterschiedliche elektrische Fortbewegungsmittel geplant, mit Strom aus Solaranlagen.

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