Namen & Neues

CDU: "Wir warnen davor, Autofahrer weiter zu drangsalieren"

Veröffentlicht am 04.06.2018 von Robert Klages

Die CDU-Fraktion Lichtenberg möchte keine „Autofahrerpartei“ sein, wie ich die Berliner CDU einmal im Newsletter genannt hatte. Danny Freymark, umweltpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, hat beispielsweise nicht mal einen Führerschein, sagt er. Er setzt sich aber anstatt für mehr Radwege lieber für einen Ausbau des ÖPNV ein. Doch was sagen Freymark, Benjamin Hudler und Co. zu den Aussagen ihres Berliner verkehrspolitischen Sprechers Oliver Friederici, der da sagte: „Wir warnen davor, Autofahrer weiter zu drangsalieren, sie mit Tempo 30 auszubremsen, ihnen die Parkplätze wegzunehmen.“

Das klingt nun doch nach „Autofahrerpartei“. Antwort: Sie sagen dazu nichts. Also nichts direkt zu Friederici. Freymark immerhin schreibt: „Ohne Frage muss der Eindruck in Berlin entstehen, dass es ein Kampf der Mobilitätsträger gibt. Daran sind die Parteien nicht ganz unschuldig, da oftmals die Debatte zulasten eines Verkehrsträgers geführt wird.“ Freymark plädiert dafür, den ÖPNV auszubauen – ebenso wie Fuß- und Radwege. Dies könne „kein Nachteil für die Menschen in der Stadt sein.“

Jeder Mensch, der das Auto stehen lässt trage zu einer besseren Luft und weniger Lärm in Berlin bei. Aber: Menschen, die nicht aufs Auto verzichten können oder wollen, sollten nicht umerzogen werden. In den letzten zwei Jahren sei zu wenig davon umgesetzt worden, was dazu führen würde, dass die Menschen gerne das Auto stehen lassen würden. Die CDU Lichtenberg setze sich dafür ein, die S75 in beide Fahrtrichtungen zu verlängern, Fuß- und Gehwege zu erneuern und auszubauen und am Bahnhof Hohenschönhausen eine Fahrradstation zu eröffnen. Ja, fangen wir doch damit an. Könnte es jemanden geben, der sich gegen diese Maßnahmen ausspricht?

Heute Nacht hatte ich wieder diesen Traum von der autofreien Innenstadt: Möglich, weil der ÖPNV so gut ausgebaut wurde, dass Straßen nicht mehr benötigt werden. Ich habe diesen Traum vermutlich, da ich an einer großen Straße wohne und nachts die Fenster in meinem Plattenbau im neunten Stock kaum öffnen kann, weil sonst: „Brumm Brumm, Mööp, Wrumm, Wrrrruuummm …“ Gerade im Sommer nicht gerade ein Genuss, so ein geschlossenes Fenster. Da wird auch eine Fahrradstation in Hohenschönhausen nicht helfen. Es wäre zumindest ein Anfang. Aber in einer Stadt, die nicht mal einen Flughafen bauen kann, sind das natürlich alles Utopien.

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