Namen & Neues

Auf dem Rad mit Michael Grunst

Veröffentlicht am 30.07.2018 von Robert Klages

Am Mittwoch dem 25. Juli (31 Grad) unternahm das „Netzwerk Fahrradfreundliches Lichtenberg“ eine gemeinsame Radtour mit Bezirksbürger*innenmeister Michael Grunst (Fotos). Ich war auch dabei. Herr Grunst hält sich gut im Sattel und auch von der Verkehrswende müsse ihn niemand mehr überzeugen, sagt er. Allerdings müssten die Bürger*innen mitentscheiden. Diese seien Expert*innen in ihren Kiezen und wüssten sehr gut, wo, zum Beispiel, ein Fahrradbügel fehlt, oder ein Radweg. Er würde sich daher über Hinweise freuen.

„Bürger*innen zu aktivieren ist schon gut, aber die Arbeit der Verwaltung auf Bürger*innen abzuschieben geht nicht“, sagt Philipp Ahrens von den Grünen dazu, der auch mitgeradelt ist. „Geeignete Standorte für Radabstellanlagen zu identifizieren ist kein Hexenwerk, da kann das Bezirksamt schon etwas vorlegen und dann könnten Bürger*innen ihre Ideen ergänzen.“

Ein eindeutiger Fall ist dieser Teil der Möllendorfstraße. Hier sieht auch Grunst, dass verbessert werden muss. Das Grundstück daneben (Gemeindehaus) gehört dem Bezirk. Zwei Meter vom Grundstück würden wohl benötigt, um den Weg zu verbreitern. Die Leute vom Radnetzwerk (zwei) sind etwas ungeduldig. Man könnte mit der Verkehrswende schon viel weiter sein. Besonders Verkehrsstadtrat Wilfried Nünthel (CDU) würde kaum mit ihnen sprechen, immer mal wieder Veränderungen in der Straßenlandschaft zusagen, aber dann würde nichts passieren. Die beiden fragen sich schon (zurecht) ob man sie einfach nur hinhällt. Mal ist niemand zuständig, mal eine andere Stelle. Mal kommen zustimmende Antworten auf Verbesserungsvorschläge, doch dann folgt nichts mehr.

Fast alle Menschen mögen Radfahren, aber es mangelt noch an der Bereitschaft, etwas für die Verbesserungen des Radverkehrs zu tun. Grunst, Nünthel u.a. fürchten noch sehr die Wut der Autofahrenden, wenn Parkplätze wegfallen würden. Doch auch Grunst sagt beispielsweise, mit Blick auf einen Parkplatz vor Netto: „Das ist Verschwendung von Baufläche.“

„Leider muss man in Lichtenberg nie allzu weit fahren, um die erste Problemstelle zu finden“, sagt ein Sprecher vom Netzwerk. Im weiteren Verlauf wurde über fehlende Ampelanlagen für Radfahrende gesprochen und die fehlenden Radwege in der Ruschestraße thematisiert. Und warum geht es mit den Plänen für den geschützten Radweg in der Siegfriedstraße nicht voran? Auch hier: Zustimmende Zusagen aus der Politik – doch: darauf folgt keine Handlung. Stattdessen: Hinhaltetaktiken und immer wieder das gute alte „Ich bin nicht zuständig“-Spiel. Senat sagt, Bezirk müsse das machen, Bezirk sagt, der Senat müsse das machen. Das geht dann hin und her.

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