Namen & Neues

Diskussion um Google geht weiter - nur ohne Google

Veröffentlicht am 19.11.2018 von Robert Klages

Wir hatten ja bereits vermeldet, dass Google kein Interesse mehr an einem Campus in ganz Berlin habe. Eine interessante Zeit-Reportage zur Absage von Google in Kreuzberg gibt es hier zu lesen. Die Lichtenberger CDU jedoch will nicht aufgeben und brachte am Donnerstag einen Antrag in die Bezirksverordnetenversammlung (BVV): Das Bezirksamt solle sich gegenüber dem Google-Konzern „hartnäckig für eine Ansiedlung des Gründer-Campus in Lichtenberg einsetzen und hierfür auch Flächen benennen. Der Antrag wurde erstmal in den Ausschuss für Stadtentwicklung überwiesen. BM Michael Grunst (Linke) wird nun jedoch kaum mit einer Flasche Sekt nach Kalifornien fliegen. Er ist der Ansicht, dass eine professionelle Ansiedlungspolitik anders aussieht. Und Google habe nun mal kein Interesse an Lichtenberg. Mehr dazu hier.

„Die CDU reitet ein totes Pferd“, meinte auch Linken-Verordneter Antonio Leonhardt. Google sei weg, eine Entscheidung sei getroffen worden. Daniela Ehlers von den Grünen meinte sogar, dies sei gut so: „Google ist kein Unternehmen, mit dem wir uns brüsten sollten“, rief sie ins Mikrophon, ihre Strickarbeit kurz unterbrechend, die sie in jeder BVV weiterführt. Foto davon mit mir im Hintergrund. (Wird es ein Schal? Ein Pullover? Wir wissen es nicht.) Jedenfalls, so Ehlers, könne man überhaupt nicht sagen, ob Google gut sei für den Kiez. Das Unternehmen schaffe kaum Arbeitsplätze und bringe lediglich sieben oder acht Mitarbeiter mit (siehe obigen Artikel der Zeit). Außerdem würde es keine Steuern bezahlen, das sei bekannt. Zudem sei das Unternehmen sexistisch. Hintergrund.

Die CDU fordert, Investor*innen den Roten Teppich auszurollen. Lichtenberg dürfe Investor*innen nicht ausgrenzen. Norman Wolf, Fraktionsvorsitender der Linken, meinte, er würde es schon begrüßen, wenn man die Investor*innen bewerten könnte und würde, bevor sie in den Bezirk kommen.

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