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Kältebahnhof Lichtenberg: Streit zwischen Streetworker und Security

Veröffentlicht am 07.01.2019 von Robert Klages

Am S-Bahnhof Lichtenberg, der in den Wintertagen als Kältebahnhof für Obdachlose dient, haben Streetworker*innen manche Bereiche mit Sicherheitsbändern abgesperrt – anscheinend, um den Bereich für die Obdachlosen zu kennzeichnen. Immer wieder fahren auch Leute mit dem Rad einfach durch und gefährden dadurch die Obdachlosen. Dem Sicherheitsdienst vor Ort passte das allerdings nicht so. Die Bänder seien ein Sicherheitsrisiko.

Zudem wurden wohl einfach Deckenhaufen als Zelte ausgemacht und die Obdachlosen zunächst in Sippenhaft genommen – Der Streetworker Lutz Müller-Bohlen berichtet, man habe gerade noch abwenden können, dass die Security die Obdachlosen vor die Tür setzt. Dies schrieb er auch samt Fotos auf Facebook. Am Montag jedoch war sein Beitrag gelöscht, Müller-Bohlen reagierte nicht auf eine Nachfrage. Er arbeitet für die Karuna Sozialgenossenschaft, die sich um die Obdachlosen im Kältebahnhof kümmert.

Ich habe beim zuständigen Securitydienst (Wisag) angerufen. Die fielen dort aus allen Wolken und versprachen, sofort für Aufklärung zu sorgen. Zwei Tage später rief mich eine Sprecherin der BVG an, denen gehört nämlich der Bahnhof, wie die Sprecherin mehrfach betonte. Man könne nicht genau sagen, was zwischen den Security-Mitarbeiter*innen und den Streetworker*innen in diesem Fall vorgefallen sei.

Jedenfalls müsse der Bahnhof einmal pro Tag gereinigt werden, wozu alle Obdachlosen diesen zu verlassen hätten. Ohnehin sei es lediglich vorgesehen, dass diese dort übernachten, nicht den Tag dort verbringen. Zwar sei man hier nicht sonderlich streng und erlaube den Obdachlosen auch tagsüber den Aufenthalt, jedoch sei eine Reinigung zwingend notwendig. Die Sprecherin sagte auch, die Streetworker*innen von Karuna würden gelegentlich so tun, als würde ihnen der Bahnhof gehören. Und zu den Bändern: dies sei aus brandtechnischen Gründen nicht zulässig. Zudem solle vermieden werden, dass dort Lager entstehen und ein Aufenthalt tagsüber zur Normalität werde.

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