Namen & Neues

Eilantrag setzt sich für Tennisspielen im Winter ein

Veröffentlicht am 28.01.2019 von Robert Klages

Es geht ernsthaft weiter: Die SPD-Fraktion hat am Donnerstag einen „Dringlichkeitsantrag“ einbracht: „Tennisspielen auch im Winter ermöglichen“. Eine Traglufthalle soll entstehen. Hier vollständig lesen inklusive SPD-Beschwerden und ernster Diskussion. Der Antrag wurde einstimmig angenommen von allen Fraktionen. Das ist ein verdammt ernstes Thema, höre ich da.

Die Obdachlosen an der Rummelsburger Bucht warten unterdessen weiterhin auf einen Eilantrag zum Bau einer Traglufthalle. Ein unpassender Vergleich? Kann sein. Kann aber auch nicht sein. Immerhin hat man dort nun einen Ofen, Windschutz, Toiletten, neue Zelte. Großartig. Hat etwas gedauert, aber nun ist es da.

Der Jugendhilfeausschuss hat beschlossen, die Mittel aus dem Innovationsfonds als Anschubfinanzierung für das Produkt der Jugendarbeit „Standortungebundene offene Kinder- und Jugendarbeit“ in der Rummelsburger Bucht einzusetzen. Dafür stehen 50.000 Euro für 2019 zur Verfügung.

Übrigens spricht die FDP-Lichtenberg von einer „Räumung“ der Rummelsburger Bucht: „Im Hinblick auf die vor Kurzem ebenfalls stattgefundene Räumung des Camps an der Rummelsburger Bucht ergänzt Dominique Hill, Mitglied im Bezirksvorstand und sozialpolitischer Sprecher“, heißt es in einer Pressemitteilung. Dann: „Die Räumung des Obdachlosencamps an der Rummelsburger Bucht hat die Situation am Bahnhof Lichtenberg noch weiter verschlechtert. Nach der erfolgten Räumung machen sich Linke und SPD Gedanken darüber wo die Menschen untergebracht werden können. Ich würde mir wünschen, dass sich die Genossinnen und Genossen zuerst über die Konsequenzen ihres Handelns Gedanken machen würden, statt immer nur zu versuchen diesen hinterher zu regieren.“

Diese Zusatzbelastung sei am Kältebahnhof Lichtenberg zu spüren. Es fehle an einem Konzept sowie einer durchgängig adäquaten Begleitung durch Sozialarbeiter*innen.

Die SPD hat am Donnerstag nochmal nachgefragt: Welche Lösungen sollen greifen? Das Bezirksamt machte erneut deutlich, dass ein Verbleib von Obdachlosen über den April hinaus keinesfalls gestattet werden soll. Das Grundstück, auf dem die verbleibenden Menschen leben, gehört der Stadt.

„Nicht alle dort wollen Wohnungsangebote annehmen“, so Stadträtin Birgit Monteiro (SPD). „Deswegen werden sie von Sozialarbeitern begleitet.“ Nächste Woche soll die Rattenbekämpfung vor Ort sein. Eines sei klar: „Das Camp soll nicht anwachsen.“ Man habe zwei bis drei Roma-Familien vor Ort gesichtet, das Gelände dieser soll bald „beräumt“ werden. Stadtrat Wilfried Nünthel (CDU) ergänzte, die Zahl der Menschen vor Ort habe erheblich abgenommen. Bezüglich einer Räumung sei es eine Entscheidung der Besitzer der Flächen. Diese ist die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung.

Wir spülen nochmal zurück zu den Kröten aus dem Intro: „Vor einer Bebauung müssen zunächst die Amphibien und Reptilien in geeignete Ersatzhabitate umgesetzt werden. Der Bauherr hätte vor dem Baubeginn untersuchen müssen, was sich vor Ort befindet.“ Da haben die Investor*innen der Rummelsburger Bucht ja Glück, dass sich auf ihrem möglichen Bauland in der Zeit, in der sich dort eine Brache entwickelt hat, keine Amphibien angesammelt haben.

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