Namen & Neues

"Experiment" mit Obdachlosen - Pablo will nicht gefilmt werden

Veröffentlicht am 04.02.2019 von Robert Klages

Die verbliebenen Obdachlosen an der Rummelsburger Bucht werden derzeit nun versorgt und behütet. Die Sozialarbeiter*innen von Karuna haben Sicht- Windschutz, Ofen, Zelte und vieles mehr aufgebaut. Auf dem Facebook-Account des Sozialarbeiters Lutz Müller-Bohlen lässt sich das verfolgen. Die Linken wollen hier ein Vorzeigeprojekt präsentieren, dass auch nach der schrecklichen Räumaktion eines Obdachlosencamps in Mitte allerlei Anerkennung bekommt. „Das man auch anders mit Obdachlosen umgehen kann, zeigt dieses tolle Beispiel aus Lichtenberg. Den Menschen wird wirklich geholfen, anstatt sie nur zu vertreiben, wie es leider in Mitte praktiziert wird“, twitterte ein Linken-Politiker aus Mitte.

„Es wurden dort schon Leute vertrieben“, antwortet ihm der Kreisvorsitzende der Lichtenberger Grünen, Phillipp Ahrens. „Dass mit denen, die geblieben sind, jetzt zusammengearbeitet wird, ist natürlich gut. Wo die anderen Menschen abgeblieben sind und vor allem wie es ihnen jetzt geht, ist ungewiss.“

Den Obdachlosen vor Ort, soll eine Stimme gegeben werden, so die Devise der Medienkampagne des Experiments. Positive Bilder gehen raus, die Presse kommt und filmt. „Endlich werde den Menschen hier in der Öffentlichkeit eine Stimme gegeben“, schreibt der Sozialarbeiter. Denen, die noch da sind. Die davor mal dort waren, hatten auch eine Stimme, eine freie Stimme. Wer hingegen leider noch nie eine Stimme in der Öffentlichkeit hatte, sind die Roma, die dort vertrieben wurden.

„Pablo will nicht gefilmt werden“, schreibt Sozialarbeiter Müller-Bohlen weiter. N-TV war letzte Woche dort. Pablo gehen die Medienberichte über das „Experiment Obdachlosencamp Rummelsburger Bucht“ auf den Sack: „Ich bin dankbar über alle Hilfen, aber wir sind nicht euer ‚Experiment‘, damit ihr alle gut schlafen könnt, nicht eure Laborratten. Es geht um Menschlichkeit und wir verlangen, endlich wie Menschen behandelt zu werden!“

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