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Fahrraddemo rollt den grünen Teppich aus

Veröffentlicht am 15.04.2019 von Paul Lufter

Für Verwirrung sorgte in der vergangenen Woche dieser Tweet des Radbezirk Lichtenberg. Jedenfalls bei meinem Kollegen Robert Klages und mir. Wir waren uns anfangs nicht ganz sicher, ob das was wir da sehen wirklich echt ist. Ein gesicherter Fahrradweg mitten auf der B1? Kann das wirklich sein? Die Antwort ist ein klares „jein“. Der gesicherte Fahrradweg war nur eine temporäre Aktion im Rahmen der Brückendemo, die am vergangenen Mittwoch vom Radbezirk Lichtenberg und der ADFC-Stadtteilgruppe Wuhletal organisiert wurde.

Keine Fotomontage, sondern Lkw-Plane, bestätigt Mattes Groeger vom Radbezirk Lichtenberg. Mit der Demo forderten die Organisator*innen zum wiederholten Mal sicherer Radwege auf der Gehrenseebrücke, dem Marzahner Knoten, der Märkischen Allee und der B1/B5. Um zu verdeutlichen, wie so ein Radweg aussehen könnte, entrollte man kurzerhand den grünen Teppich aus Lkw-Plane auf der B1, stellte ein paar Poller auf und schon war er fertig, der sichere Fahrradweg, auch Protected Bike Lane (PBL) genannt.

„Die PBL wurde vor allem von einigen Kindern zigmal mit dem Rad abgefahren,“ erzählt Groeger. Es sei ein tolles Gefühl gewesen auf einem solch breiten (ca. 3 Meter) und geschützten Fahrradweg zu fahren. Dabei schützt einen teils noch nicht mal eine Polizeiabsperrung – wie man auch im Tweet sehen kann. Ein Anwohner hatte sich mit seinem Pkw auf die PBL geschlichen, um an seine Einfahrt zu kommen, trotz Absperrung der Polizei. „Wir schauten auch alle recht ungläubig, als wir den Pkw über Teile der PBL fahren sahen,“ so Groeger. Trotzdem sei es ein besonderes Gefühl gewesen. „Der Rückweg entlang der B1 nach Hause – auf den bestehenden Radwegen – war dagegen grauenvoll.“

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