Namen & Neues

Lichtenberg ausgezeichnet als „FahrradStadtBerlin“ 2019 - Kritik vom Radnetzwerk

Veröffentlicht am 29.04.2019 von Robert Klages

Die Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz hat am Samstag im Rahmen der „VELOBerlin“ zum zehnten Mal die Auszeichnung „FahrradStadtBerlin“ vergeben. Ausgezeichnet werden die Bezirke Lichtenberg und Spandau für ihr gemeinsames Projekt „fLotte – kommunal“. Ein kostenfreier Lastenfahrradverleih an kommunalen Verleihstationen wie Bibliotheken, Stadtteilzentren oder dem Museum Lichtenberg. Finanziert wird das Projekt aus Mitteln des Berliner Energie- und Klimaschutzprogramms 2030. (Wir berichteten zuerst.) Die Auszeichnung wird jährlich als Anerkennung für Verdienste um die Förderung des Radverkehrs in Berlin verliehen. Damit sollen Maßnahmen und Aktivitäten ausgezeichnet werden, die in besonderem Maße zur Förderung des Radfahrens im Berliner Stadtverkehr beitragen. Der Lichtenberger Norbert Pobbig (61) hat das Lastenrad „Anna“ schon oft ausgeliehen. Er hat sein privates Auto abgeschafft.

Kritik kommt vom „Netzwerk Fahrradfreundliches Lichtenberg“, das zunächst gratuliert: „Die kommunale fLotte ist eine tolle Ergänzung der Mobilitätsangebote im Bezirk und macht Lust auf den Umstieg aufs Rad“. Lastenräder brächten jedoch auch sichere Wege, damit sich nicht nur Hartgesottene auf die Straßen im Bezirk trauen. „Hier gibt es im Bezirk noch erheblichen Nachholbedarf.“ Exemplarisch zeige sich der fehlende Mut, konsequent für eine Verkehrswende einzutreten in der Siegfriedstraße.

„Der Bezirk wehrt sich vehement dagegen, endlich die Senatsplanungen für einen geschützten Radweg umzusetzen und damit den öffentlichen Raum angemessen zu verteilen. Wenn Infrastrukturprojekte umgesetzt werden, dann oft nur dort, wo es einfach und ohne Widerstand geht, und dem Kfz-Verkehr kein Raum bzw. kein einziger Parkplatz weggenommen werden muss“, so das Netzwerk. Verkehrswende bedeute aber strukturelle Veränderungen für den nicht-motorisierten Individualverkehr – die Auszeichnung “Fahrradstadt” müsste sich Lichtenberg eigentlich erst noch verdienen.

Und hier noch ein Zitat vom jetzigen Innen- und damaligen Verkehrssenator Andreas Geisel (SPD) aus dem Jahre 2016: „Was nützt jedoch der beste Radweg, wenn er nicht uneingeschränkt genutzt werden kann? Widerrechtlich abgestellte Fahrzeuge zwingen die Radfahrenden oft zu gefährlichen Ausweichmanövern. Das darf nicht sein und das nehme ich nicht hin.“ Hier nachzulesen. 

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