Namen & Neues

Schloss Friedrichsfelde will Umgang mit Menschenhandel-Historie überprüfen

Veröffentlicht am 05.08.2019 von Robert Klages

Letzte Woche hatte ich hier im Newsletter über einen Beitrag vom Museum Lichtenberg berichtet, in dem offengelegt wird, dass das Schloss Friedrichsfelde auch aus den Einnahmen von Menschenhandel errichtet wurde. Auf der Website des Schlosses wird dies bisher nicht erwähnt. Es geht um Benjamin Raule, der 1682 die Brandenburgisch-Afrikanische Kompanie gründete. Rund 30.000 Menschen sollen aus Ghana verschleppt worden sein. Auch aus diesen Einnahmen setzte Raule den Grundstein für das Schloss Friedrichsfelde und feierte dort üppige Feste.

Thomas Ziolko, Vorstand des Schlosses Friedrichsfelde und Vorsitzender der „Freunde Hauptstadtzoo“, einer Fördergemeinschaft von Tierpark und Zoo, sagte mir auf Nachfrage: „Selbstverständlich haben wir bei allen Veröffentlichungen zu Raule auf dessen ambivalente Vergangenheit hingewiesen, u.a. in der Ausstellung, die wir seit 2015 haben, in Artikel/Büchern etc.“ Man gebe grundsätzlich keine direkten biografischen Angaben zu den aktuellen Exponaten/Skulpturen. Auch eine Büste von Raule steht im Schloss.

Auf der Website des Schlosses findet sich weiterhin kein Eintrag dazu, weder in der Chronik des Schlosses, noch in der Geschichte. Aufgrund der Veröffentlichung meines Newsletter-Eintrags will Ziolko die Informationen des Museums Lichtenberg durch den für den Zoo Berlin und den Tierpark Berlin arbeitenden Historiker prüfen lassen und „gegebenenfalls geeignete Vorschläge zum Umgang damit erarbeiten“.

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