Namen & Neues

Club-Musik zu laut: Anwohnende wollen Berliner Verwaltung wegen Körperverletzung verklagen

Veröffentlicht am 23.09.2019 von Robert Klages

Neues aus dem Gleisdreieck: Dort beschweren sich die Anwohnenden im Wiesenweg über die Lautstärke der Clubs. Wir hatten darüber berichtet, bitte hier einlesen. Nun haben 61 Gleisdreieck-Bewohnende 57 Briefe an Politiker*innen geschickt, die nur irgendwie dafür zuständig sein könnten. Antworten gibt es noch nicht. Die Club-Betreiber wollten für meinen Artikel leider nicht mit mir reden. Die Anwohnenden beklagen, dass ihr Anliegen nicht ernst genommen würde und sich keiner für sie zuständig fühle. Das hat auch damit zu tun, dass noch unklar scheint, ob in dem Gebiet gewohnt werden darf. Faktisch wird dort schon lange gewohnt, wie ja nun auch diese Briefe samt Meldeadressen bestätigen.

„Hunderte von Anwohnern leiden, weil sie nicht ausreichend nächtlichen Schlaf und Ruhe erhalten“, heißt es in dem Schreiben. „Ihre Gesundheit wird aufs Spiel gesetzt, weil andere zuständige Menschen in Behörden diese Appelle nicht ernst nehmen. Die ersten Klagen wegen Körperverletzung gegen die Berliner Verwaltung werden zurzeit vorbereitet.“ Eine Frau schreibt in ihrem Brief: „Die tieffrequentierten Geräusche beeinträchtigen meine seelische und körperliche Ruhe und Erholbedürfnis am Wochenende erheblich.“ Ein Mann schreibt, die Clubs würden angeben, „die geilsten Bässe von Berlin“ zu haben. Aber er könne am Wochenende nicht mehr auf dem Balkon sitzen oder nur die Fenster aufmachen. Einer der Clubs hat für letzten Samstag eine Ausnahmegenehmigung für eine Veranstaltung mit dem Namen „Psychedelic Party Vol XV: Skirts“ bekommen – im Zeitraum von 16 bis 22 Uhr.

Stadtrat Wilfried Nünthel (CDU) sagte am Donnerstag, der Bezirk sei im Gespräch mit den Clubbetreiber*innen. 2019 habe es bisher lediglich fünf Ausnahmegenehmigungen für Outdoor-Veranstaltungen am Nachmittag gegeben. Für Veranstaltungen in den Clubs brauche es keine Genehmigungen. Bußgelder seien bisher nicht verhängt worden, da keine dementsprechenden Verstöße festgestellt werden konnten.