Namen & Neues

Obdachlosen-Camp an der Rummelsburger Bucht soll "strategisch" aufgelöst werden

Veröffentlicht am 13.01.2020 von Robert Klages

Einige Obdachlose haben anscheinend das Camp an der Rummelsburger Bucht „freiwillig“ verlassen. Sie seien zurück nach Rumänien oder Bulgarien gegangen, sagte ein Sprecher des Sozialträgers Karuna. Sie hätten das Camp aus eigenem Entschluss verlassen und seien „nach Hause“ gefahren. Ob da so stimmt, lässt sich nicht überprüfen. Auch nicht, ob diese Menschen ein Zuhause haben.

Leider sind für den Sprecher Menschen, die in aus Müll zusammengebauten Hütten leben, keine Obdachlosen. Deswegen hat man dann auch ihre Behausungen abgerissen, einen Zaun drum gemacht und löst nun das Camp „strategisch“ auf. Steht alles hier. Eine Räumung will das der Senat natürlich nicht nennen. Taylan Kurt, Grünen-Politiker aus Mitte, sagt: „Klar ist das eine Räumung.“

Anscheinend gibt es zudem noch keinen Träger für die Notunterkunft, die für die Obdachlosen in der Köpenicker Allee in Berlin-Karlshorst angeboten werden soll. Immerhin werde diese laut Stefan Strauß, Sprecher der Senatssozialverwaltung, derzeit bezugsfertig gemacht. Momentan wird jedoch noch ein Träger gesucht. „Wir arbeiten ganz intensiv und hart daran. Aber: Weihnachten und Silvester sind nun mal Zeiten, in denen viele Menschen zu Recht im Urlaub sind“, sagte mir Andreas Düllick von Karuna auf Facebook. Strauß sagte mir noch, man sei weiterhin voll im Zeitplan. „Die Vorbereitungen und Absprachen mit allen Beteiligten sind in vollem Gange. In Kürze wird die Einrichtung an der Köpenicker Allee bezugsfertig sein. Dann wird es für obdachlose Menschen dort neben einer Notübernachtung auch ein betreutes Tagesangebot geben, das ein erfahrener Träger der Sozialarbeit übernehmen wird.“

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