Namen & Neues

Jeden Mittwoch Kundgebung vor der Deutschen Bahn: Kampagne "Wagenplätze retten"

Veröffentlicht am 14.09.2020 von Robert Klages

Am letzten Mittwoch hielten drei Wagenkollektive (queeres Wagenkollektiv, Wagenkunst Rummelsburg, queerfeministische Wagengruppe „DieselA“) eine Kundgebung vor der Berliner Niederlassung des Bundeseisenbahnvermögens (BEV) in Berlin-Steglitz ab. Sie wollen mit dem BEV in Verhandlung über brachliegende Grundstücke für neue Wagenplätze in Berlin kommen. Alle drei Kollektive sind auf der Suche nach Grundstücken, da sie entweder keinen festen Wohnort haben oder dieser in naher Zukunft räumungsbedroht ist. „Das BEV besitzt als einer der größten Immobilienanbieter Deutschlands auch in Berlin mehrere für Wagenplätze geeignete Grundstücke“, schreiben die Kollektive in einer Mitteilung. Die Gruppe „DieselA“ hatte eine Brache an der Rummelsburger Bucht kurzzeitig besetzt. Das Bahnvermögen ist bisher nicht an Gesprächen mit den Kollektiven interessiert.

„Wir werden nicht locker lassen, bis tatsächlich Gespräche zustande kommen“, kündigten die Kollektive an. Um ihren Forderungen nach Verhandlungen Nachdruck zu verleihen, haben sie immer mittwochs von 15 bis 17 Uhr eine Kundgebung vor der BEV-Geschäftsstelle in Steglitz angemeldet und die Kampagne „Wagenplätze Retten“ gestartet. Mehr Entgegenkommen wünschen sie sich von der Stadt Berlin. Hatte Rot-Rot-Grün im Koalitionsvertrag doch versprochen, bedrohte Projekte bei der Suche nach Alternativen zu unterstützen.

„Wir sind gut vernetzt und wir sind langsam richtig wütend“, sagt Aktivist Chris Below. „Wir werden uns nicht abwimmeln lassen, weder von der Stadt noch vom BEV. Wir werden weiter kämpfen, bis wir eine neue Bleibe gefunden haben. Und das gilt natürlich nicht nur für uns, sondern für alle verdrängten und bedrohten linken Projekte Berlins.“