Namen & Neues

Milan Peschel, Gregor Gysi und viele mehr unterstützen BLO-Ateliers - Petition an die Deutsche Bahn aus dem Bundestag

Veröffentlicht am 15.03.2021 von Robert Klages

„Bitte geben Sie diesen Menschen eine Zukunft“. Das ist die Botschaft von Schauspieler Milan Peschel richtet an die Deutsche Bahn. Per Video stellt er die „dringende Bitte, doch unbedingt die BLO-Ateliers in Berlin-Lichtenberg zu erhalten“. Das Video kann hier gesehen werden. Das große Areal im Kaskelkiez gehört der Deutschen Bahn und wird von zahlreichen Kunstschaffenden und Handwerker*innen gemietet, vor der Corona-Pandemie fanden dort viele Veranstaltungen statt. Was genau da noch so los ist, erzählt euch Kultursenator Klaus Lederer (Linke), zusammenfassend: „Ein buntes Treiben.“ Er habe ein „außerordentliches Interesse am Erhalt der BLO-Ateliers.“ Die Bahn solle für Eigennutzungen ein anderes Areal verwenden.

Die Bahn will das BLO-Gelände ab 2023 als Baulager nutzen. Dem Künstler*innenverein wird eine Verlängerung der Pacht von vier Jahren angeboten. Die BLO-Ateliers müssen also nicht weg. Allerdings würde das Baulager den Ort verändern, Veranstaltungen könnten während der Baunutzung wohl nicht möglich sein. Zudem würden alle Außenarbeitsflächen der Kunstschaffenden und Handwerker*innen wegfallen – und damit Arbeitsplätze für Selbstständige. Der BLO-Förderverein hätte das Gelände auch gerne selbst, um den Ort auszubauen und zu einen Kunst-Hotspot zu entwickeln. Björn Friese vom Förderverein spricht von einem „Zentrum für Kunst, Kultur, Handwerk und Integration – mit Unterstützung von der EU, dem Bund und der Stadt Berlin“. Die Bahn könne das Gelände auch für 30 Jahre verpachten, findet er. Stattdessen verfällt derzeit der ehemalige Lokschuppen auf dem Gelände weiter.

Auch ohne Termine ist es ein beliebtes Ausflugsziel. Hier ein paar Fotos. Im März 2019 hatte sich bereits Entertainer Rainald Grebe für das „Künstlerdorf“ ausgesprochen. Ebenso beliebt ist der Ort in der Politik: sowohl das Bezirksamt Lichtenberg als auch Politiker*innen auf Bundesebene setzen sich für einen Erhalt ein, darunter Erhard Grundl (für die Grünen im Bundestag), Martin Pätzold von der Lichtenberger CDU, Gesine Lötzsch (stellvertretende Fraktionssprecherin der Linksfraktion im Bundestag) und Christian Goiny, medienpolitischer Sprecher der CDU im Abgeordnetenhaus. Auch der außenpolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, Gregor Gysi, richtete ein paar Worte an die Bahn – hier zu sehen. „Am besten wäre es, die Bahn könnte sich zu einem Verkauf entschließen.“

Lötzsch und Goiny sind im Vorstand des BLO-Fördervereins und haben einen Brief an den Vorsitzenden des Immobilienmanagements der Deutschen Bahn verfasst. „Die B.L.O.-Ateliers haben Starthilfe durch Förderprogramme der EU, des Bundes und des Landes Berlin erhalten. Diese Förderungen haben ihren Zweck mehr als erfüllt und das Projekt ist zu einem Beispiel geworden, wie politische Intervention bürgerschaftliches Engagement zur Entfaltung bringen kann. Die B.L.O.-Ateliers sind heute eines der diversesten und gesellschaftlich engagiertesten Projekte, die Deutschland zu bieten hat. Daher gibt es ein großes Interesse über parteipolitische Grenzen hinaus, das Projekt zu erhalten und weiter zu fördern.“

Man verstehe, dass die Bahn eigene Verwendungsmöglichkeiten für das Areal prüfen möchte, schreiben Lötzsch und Goiny. „Wir möchten die Verantwortlichen in der DB AG dazu aufrufen, mit dem Land Berlin und dem Bezirk Lichtenberg nach alternativen Flächen für die Baustelleneinrichtung zu suchen. Sollte es keine derartigen Flächen geben, könnte ein Kompromiss darin bestehen, das Projekt B.L.O.-Ateliers für die Zeit nach der Baustelleneinrichtung langfristig zu sichern.“

Die Bahn verkauft (ebenso wie die Stadt Berlin) keine Grundstücke mehr. Sie könnte natürlich eine Ausnahme machen und eine Übertragung an die Stadt Berlin wäre ebenfalls möglich. Die Deutsche Bahn möchte sich auf Anfrage nicht zu dem Gelände äußern, aus datenschutzrechtlichen Gründen.