Namen & Neues

Digedagsplatz in Karlshorst eingeweiht

Veröffentlicht am 13.09.2021 von Robert Klages

Am Mittwoch, 8. September, erhielt der bisher namenlose Platz an der Gabelung von Waldow- und Köpenicker Allee im Ortsteil Karlshorst den Namen „Digedagsplatz“. Eine Karslhorster Bürger*innenschaft stellte 2019 einen Antrag über den Bürger*innenhaushalt zur Namensgebung des unbebauten, begrünten Platzes.

Kurz zuvor war eine Gedenktafel am nahegelegenen ehemaligen Wohn- und Atelierhaus von Hannes Hegen, dem Schöpfer der Comicfiguren Dig, Dag und Digedag, in der Waldowallee 15, eingeweiht worden. Bezirksbürger*innenmeister Michael Grunst (Die Linke):

„Mit dem neuen Digedagsplatz erinnern wir an ein Stück DDR-Kultur, das viele Menschen hier im Bezirk mit ihrer Kindheit verbinden.“ Das vom Grafiker Johannes Hegebarth erdachte Dreiergespann Dig, Dag und Digedag hat mehrere Generationen begleitet. Er und sein Team machten die Zeitschrift „Mosaik“ zur populärsten Kinder- und Jugendzeitschrift der DDR. Als Antwort auf westdeutsche und amerikanische Comics griffen die „Bildgeschichten“, wie sie von Hannes Hegen genannt wurden, grafische Traditionen wie die „Neuruppiner Bilderbögen“ auf und gaben ihnen eine moderne Form.

  • Der Grafiker Hannes Hegen (mit bürgerlichem Namen Johannes Hegenbarth, 1925-2014) wurde in Wien und Leipzig ausgebildet. Ein Kollektiv aus 15 Zeichner*innen sowie Autor*innen, darunter seine Ehefrau Edith Szafranski, unterstützten ihn dabei. Das „Mosaik“ erschien monatlich in einer Auflage von bis zu 660 000 Exemplaren und war damit eine der auflagenstärksten Zeitschriften der DDR. Differenzen zwischen dem herausgebenden Verlag Junge Welt und Hannes Hegen über die zukünftige Ausrichtung des Heftes führten 1975 zum Ende der schon seit 1957 spannungsreichen und schwierigen Zusammenarbeit.