Namen & Neues

Blockadehaltung gegen Parklets

Veröffentlicht am 16.05.2022 von Robert Klages

Parklets können ein Schlüssel zur Verkehrswende in Berlin sein. Während im Nachbarbezirk Friedrichshain-Kreuzberg schon 35 davon entstanden sind, gibt es in anderen Bezirken gar keine. Nur im Mitte (6) und Charlottenburg-Wilmersdorf (2) gibt es diese Holzbauten auf Autoparkstreifen, die zum Sitzen und Verweilen einladen sollen, auch. Vor allem sollen sie zeigen, dass der Parkraum, den PKWs in Berlin wegnehmen, besser genutzt werden kann.

Der Bezirk Lichtenberg scheint derzeit nicht daran interessiert, Parklets aufzustellen. Zudem lehnte das Büro von Verkehrsstadtrat Martin Schaefer (CDU) zwei Anträge auf Parklets von den Naturfreunden Deutschland ab. Eines der Parklets sollte vor einer Kita in der Eitelstraße 20 errichtet werden, das andere vor einem Familienzentrum der Berliner Stadtmission, in der Archenholdstraße 25. Über die Gründe für die Ablehnung hatten wir hier im Newsletter berichtet: Sicherheitsbedenken, zu aufwendig – oder auch, weil obdachlose Menschen die Sitzgelegenheiten nutzen und dadurch die Autostraße verdreckt werden könnte.

Hendrikje Klein, Linken-Abgeordnete, hat jetzt bei der Senatsverwaltung nachgefragt: „Von den nichtteilnehmenden Bezirken wurden insbesondere fehlende personelle Kapazitäten für die Nichtteilnahme am Förderprogramm genannt“, heißt es als Antwort auf die Frage, wie sich der Senat erklärt, dass nur wenige Bezirke Parklets bauen. Der Senat wollte weiter bei den Bezirken für Parklets werben und vorhandene Mittel dafür verteilen. „Parklets für öffentliche Einrichtungen, wie z.B. Kitas, Schulen oder Bibliotheken, werden dabei bevorzugt behandelt.“

„Die Blockadehaltung des Bezirksamts gegenüber der Einrichtung von Parklets in Lichtenberg ist falsch“, sagt Klein dem Lichtenberg-Newsletter. „Die Landesregierung priorisiert ausdrücklich Parklets vor öffentlichen Einrichtungen wie Kitas oder eben einem Familienzentrum. Es ist ärgerlich, dass auf so billige Weise auf mehr Aufenthaltsqualität im Weitlingkiez verzichtet wird.“