Kiezgespräch
Veröffentlicht am 27.11.2023 von Robert Klages
Tierschutzpartei will Hochzeitstauben verbieten. Wenn bei einer Hochzeit weiße Tauben losgelassen werden, soll das für das Brautpaar ein Symbol des Glücks und der Liebe darstellen. Für die Tauben jedoch sei dies „eine angstvolle Prozedur und im schlimmsten Fall der baldige Tod“, sagt die Lichtenberger Tierschutzpartei. Laut Tierschutzgesetz ist es ohnehin verboten, Tiere auszusetzen. Die Tierschutzpartei fordert in einem Antrag, dass das Bezirksamt bei Veranstaltungen keine Tauben mehr einsetzt und sich für ein Verbot von Hochzeitstauben starkmacht.
Denn die weißen Pfautauben überleben „in Freiheit“ nicht lange. Als Symbol der Freiheit eignen sie sich daher nur bedingt. Ihr Orientierungssinn ist nicht so ausgeprägt wie bei zum Beispiel Brieftauben, sie finden nicht zurück zu ihrem Schlag und werden, aufgrund ihrer mangelnden Erfahrung, Opfer von Greifvögeln und Katzen oder fliegen gegen Autos und Scheiben.
„Sie verhungern oftmals, da sie nie gelernt haben, sich selbst zu versorgen“, erklärt Jennifer Witte, Bezirksverordnete der Tierschutzpartei. Zudem sei natürlich der Transport für die Tiere immer eine Qual. Und sollten „Hochzeitstauben“ überleben, würden die zur Vermehrung der Stadttauben beitragen, so Witte weiter. „Bei einem mangelnden oder fehlenden Stadttaubenkonzept wirkt sich das für alle Vögel negativ auf deren Image und ihr Überleben aus.“ Wie dem auch sei, ist es sicherlich nicht schwierig, eine tierleidfreie Hochzeit zu feiern.