Kiezgespräch

Veröffentlicht am 23.03.2026 von Dominik Lenze

Anwohnerin rüffelt Bezirksbürgermeister – mit dem ersten Buch Mose. Bereits im November beschloss die Bezirksverordnetenversammlung (BVV), in allen Toilettenkabinen bezirklicher Einrichtungen mit Publikumsverkehr den Abreißzettel „Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen“ anzubringen. Der mehrsprachige Zettel ermöglicht es Betroffenen, sich unauffällig über Beratungs- und Unterstützungsangebote zu informieren und die Telefonnummer mitzunehmen – und ist kostenfrei beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben zu bestellen.

Doch bis heute hat das Bezirksamt den eigentlich leicht umzusetzenden BVV-Beschluss nicht realisiert. Kritisiert wurde dies von einer Lichtenbergerin in der Einwohnerfragestunde des Bezirksparlaments am vergangenen Donnerstag (19. März).

„Der Antrag ist nicht vergessen oder verloren, sondern wird in unsere Strategie und unsere geplanten Maßnahmen eingebettet“, versicherte Bezirksbürgermeister Martin Schaefer (CDU). Die Anwohnerin ließ jedoch nicht locker und insistierte darauf, dass die Zettel doch schnell, einfach und kostenlos zu bestellen seien – und dass dies seit November sicherlich möglich gewesen sei. Anschließend fügte sie eine spitze Bemerkung in Richtung Schaefer, der früher Pastor war, hinzu und fragte, „ob ein Zusammenhang mit dem ersten Buch Mose bestehe, wonach die Frau ja aus der Rippe des Mannes geformt worden sei?“

Eine Antwort auf diese wohl eher rhetorische Frage erhielt sie nicht: Gregor Hoffmann, Vorsteher der BVV, wertete die Frage als unzulässig, da das Bezirksamt religiös und weltanschaulich neutral sein müsse.