Unter Nachbarn

Veröffentlicht am 04.12.2017

Der einzige Berliner im Finale der Männer des Boulderwettkampfs Ostblock-Cup war am Samstag der 17-jährige Elias Arriagada Krüger, der auf vertrautem Terrain antrat: Seit einiger Zeit gehört er zum Schrauberkollektiv des Ostblocs und trainiert hier auch sonst regelmäßig.

Mit dem Klettern begann er vor etwa sechs Jahren in der T-Hall, damals noch in Neukölln. Vor vier Jahren wechselte er zum Bouldern. Krüger trainiert vier bis fünf Mal in der Woche jeweils drei Stunden lang – trotz Schultagen, die teilweise erst um 17 Uhr enden.

2016 wurde Krüger Vierter beim Deutschlandcup und holte den Berliner Titel. In diesem Jahr setzte er wegen eines Aufenthalts in Taiwan aus. Die Kletterhallen dort hatten längst nicht die Qualität wie jene in Deutschland. Dazu kamen Hitze und Luftfeuchtigkeit. „Ich bin schon ein gutes Stück schlechter geworden“, gesteht Krüger. Jetzt ist er wieder voll im Training.

Am Samstag reichte es dennoch für die Finalqualifikation und schließlich den sechsten Platz. Ansonsten konzentriert Krüger sich auf das Klettern an Naturfelsen. „Ich bin jetzt zu dem Punkt gekommen, wo ich das Abenteuer mag, mit Freunden draußen in der Natur zu sein“, sagt der Schüler. Mit seinen Kletterfreund*innen fährt er in die Schweiz, nach Italien oder ins Juragebirge, campt dort und verbringt die Tage an der Felswand. Mit einem australischen Kollegen will Krüger nach dem Abitur auf Weltreise gehen, Australien, Südafrika, Chile, „nur zum Klettern“ – natürlich. „Aber leider habe ich noch anderthalb Jahre“, sagt er mit Bedauern. Nantke Garrelts und Madlen Haarbach

Foto: DAVIDS/Sven Darmer

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