Nachbarschaft

Veröffentlicht am 11.06.2018 von Robert Klages

Lichtenberg und die Fête, was hat das miteinander zu tun? Kultursenator Klaus Lederer stammt aus Hohenschönhausen und auch Fête-Kurator Björn Döring ist … na? … Lichtenberger natürlich. Aber dazu bald mehr. Es wird jede Menge Musik gehen, auf den Straßen, auf den Dächern und in den Kellern. Auch im Schwalbenschwanz in der Margaretenstraße 22 wird viel los sein. Ab 17 Uhr wird u.a. Anoki auftreten. Ich hab mir den 24-Jährigen vorher schon einmal aufs Ohr gelegt:

„Gewonnen heißt heute nicht mehr Glück, sondern was du an Geld gemacht hast“, rappt er beispielsweise. Ich durfte nämlich schon reinhören in unveröffentlichte Musikstücke. Nach der Fête wird Anoki alle zwei Wochen einen neuen Song rauslassen, erzählt er mit bei Kaffee und Lautstärke, zu finden dann auf seiner Facebook-Präsenz. „Morgen heißt heute nicht mehr morgen, sondern das Handy aufladen“, höre ich ihn über die Ohrstöpsel, während er mir erzählt, dass „Anoki“ so viel wie „Schauspieler“ bedeutet – auf einer indonesischen Nischensprache. Musik macht er seit er 13 ist: erst Punk auf dem Dorf, dann fing das an mit dem Rap.

Musik ist für ihn „das Einzige, was Sinn macht.“ Auf einer der neuen Singles performt er mit Blimes, einer Rapperin aus LA, die schon mit Method Man aufgetreten ist. Aber vom Bordstein zur Skyline – das fängt natürlich in Lichtenberg an. An der Allee der Kosmonauten Ecke Rhinstraße. „Ein schrecklicher Proberaum“ sagt Florian alias Anoki. In der Gegend finde man abends nicht mal mehr etwas zu essen, außer einem schäbigen Dönerladen. Da proben auch noch andere. Jedes Jahr wird die Miete erhöht, obwohl alles so ungemütlich bleibt.

Rund 12 Bands teilen sich eine Toilette. An Ausstattung gibt es nicht viel. Nur Strom, der ist da – und das ist das Wichtigste. Eine Zeit lang mussten sie die Miete immer in einem Briefumschlag unter der Tür durchschieben. „Aber ich will nicht meckern“, sagt Anoki und grinst. Eine Weile hat er sich, der sonst mit Band unterwegs ist, den Raum mit der Antilopen Gang geteilt. Die sind da natürlich schon lange raus, auf dem Weg zur Skyline. Anokis Drummer Frank Mertens ist auch Drummer der Antilopen Gang. Die beiden begleiten noch Oliver Heinrich (Gitarre) und Jan-Hendrik Schmidt (Synthesizer). Aber im Schwalbenschwanz zur Fête wird Anoki solo auftreten. Zu sehen mit Band ist er zwischen 10. und 12. August auf dem Mellow Park Festival.

Foto: Robert Klages

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