Nachbarschaft

Veröffentlicht am 05.04.2021 von Sophie Rosenfeld

Kathrin und Holger Kaiser betreiben seit 2007 die Hundeschule Kaiser in Hohenschönhausen. Auf ihrem eigenen Trainingsplatz trainiert und therapiert der Familienbetrieb vor allem verhaltensauffällige Hunde; die sogenannten Problemhunde mit Angst oder Aggression. Aber auch die Grunderziehung vom Welpen über Junghund zum entspannten Familienhund gehört zum Alltag der Kaisers.

Durch die Corona-Pandemie boomt der Hundekauf. Doch damit geht auch viel Verantwortung einher. Wie gehen Sie als Hundetrainer mit dieser Situation um? Im Training erarbeiten wir mit den Hundebesitzern Regeln und Verhaltensweisen für ihre vierbeinigen Lieblinge, um so zu einem harmonischen Zusammenleben und einem höflichen Miteinander im Alltag beizutragen.

Wächst der Andrang, in Ihrer Hundeschule aufgenommen zu werden? Ja, bei uns wächst der Andrang an neuen Hundebesitzern mit Trainingsbedarf.

Sollten Hundebesitzer:innen vor einem Kauf generell einen Hundeführerschein machen, um bestens auf die Umgangsform mit dem Hund vorbereitet zu sein? Wir befürworten den Hundeführerschein als Basis vor dem Kauf sehr. So wäre gewährleistet, dass sich künftige Hundebesitzer über das Verhalten und die Bedürfnisse eines Hundes im Vorfeld sachkundig informieren sowie die in Berlin geltenden Regeln für Hundebesitzer kennen.

Auf Ihrer Internetseite bieten Sie Einzeltraining, Gruppenkurse, sowie Seminare bzw. Workshops an. Haben Sie zwischenzeitig auf Onlineangebote gesetzt? Aktuell bieten wir nur Einzeltraining an. Um mehr Hundebesitzern helfen zu können, werden wir in Zukunft auch Onlineangebote anbieten.

Haben Sie Tipps für zu Hause, wie das Mensch-Hund-Team motiviert bleibt? Für das Training zu Hause empfehlen wir, zuerst Regeln für das Zusammenleben mit dem Hund auch nach Corona festzulegen. Diese sollten Schritt für Schritt mit liebevoller Konsequenz im Alltag umgesetzt werden. Dazu gehört unter anderem auch das Trainieren vom Alleinbleiben des Hundes. Die Zeit des Homeoffice ist ja irgendwann wieder vorbei. Wenn man auf den täglichen Spaziergängen verschiedene kleine Übungen einbaut und Spaß dabei hat, bleibt die Motivation normalerweise auf beiden Seiten erhalten. Alternativ kann auch erst mal zu Hause ohne Ablenkung trainiert werden. So stellen sich Erfolge schneller ein, was die Motivation bei Hund und Mensch fördert. Natürlich sollte man dabei auf die Bedürfnisse seines eigenen Hundes achten. Zum Bespiel hat ein (junger) Jack Russel sicher mehr Freude am Erlernen von kleinen Tricks, als ein (älterer) Neufundländer.

Foto: Kathrin Kaiser

  • Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: leute-r.klages@tagesspiegel.de