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von Ingo Salmen

Veröffentlicht am 18.05.2021

gute Nachrichten: Ab Mittwoch darf wieder gegondelt werden. Weil am 19. Mai die Bundesnotbremse in Berlin außer Kraft tritt, fährt auch die Seilbahn wieder ab 10 Uhr von Marzahn über den Kienberg nach Hellersdorf und zurück. Das teilte die Grün Berlin am Dienstag auf Tagesspiegel-Anfrage mit (hier mehr Infos). Ohnehin geöffnet sind bekanntlich die Gärten der Welt. Wer nun das Gleiten durch die Lüfte mit Schaukeln und Rutschen am Boden verbinden will, kann sich hier über die Corona-Regeln beim Parkbesuch informieren. Nebenbei erfahren wir dort, dass die „Dr. Motte Birthday Celebration“ in den Gärten der Welt inzwischen auf den 4. Juni 2022 verschoben worden ist. Dann kann der Loveparade-Gründer in Marzahn gleich seinen 60., 61. und 62. Geburtstag auf einmal feiern.

Mit der Bundesnotbremse löst sich so viel mehr. Ab Mittwoch gibt es auch keine nächtliche Ausgangssperre mehr. Für den Aufenthalt im Freien gilt künftig rund um die Uhr, dass sich maximal zwei Haushalte, aber nicht mehr als fünf Personen treffen können. Nicht mitgezählt werden Kinder unter 14 Jahren sowie vollständig Geimpfte und Genesene. Zudem hat der Senat das nächtliche Besuchsverbot in der Wohnung aufgehoben. Drinnen darf künftig eine weitere Person (abgesehen von Ehe- und Lebenspartnern, eigenen Kindern unter 14 sowie Geimpften und Genesenen) zum eigenen Haushalt hinzustoßen.

Generell ist draußen wieder mehr möglich. Freiluftkinos dürfen öffnen, Konzerthäuser dürfen im Freien Programm anbieten, maximal 250 Personen sind erlaubt, feste Sitzplätze vorgeschrieben. Ab Freitag kann auch die Außengastronomie wieder öffnen. Dort gelten dann dieselben Kontaktbeschränkungen wie sonst auch im Freien, hinzu kommt eine Testpflicht für die Gäste. Volkshochschulen, Musikschulen, Jugendkunstschulen und weitere Einrichtungen dieser Art dürfen wieder den Präsenzbetrieb aufnehmen, wobei alle Beteiligten negativ getestet sein müssen.

Auch beim Sport geht es freier zu: Unabhängig vom Alter dürfen wieder Gruppen von bis zu zehn Leuten Sport im Freien treiben, wenn sie negativ getestet sind, wobei Schulkinder von dieser Pflicht ausgenommen sind. Für Kinder bis einschließlich 14 Jahren gilt die bekannte Regelung, dass draußen Sport in festen Gruppen von bis zu 20 Leuten erlaubt ist. Da wir gerade bei Sport sind: Nachdem die Kolibri-Grundschule schon mit Schutzkonzept Bundesjugendspiele ausgerichtet hat, organisiert Eintracht Mahlsdorf ab dem 29. Mai ein kostenloses Kindersport-Programm für Kinder von vier bis acht Jahren (mehr bei „Alles Mahlsdorf“).

Was sich nicht ändert: Die Schulen bieten weiter Unterricht im Wechselmodell zwischen Präsenz und Zuhause an. Das kommende Schuljahr soll zwar wieder in voller Anwesenheit geplant werden, bis zum Beginn der Sommerferien am 24. Juni will die Senatsbildungsverwaltung den Schulen, Kindern und Eltern aber keine Umplanungen mehr zumuten. Die Präsenzpflicht bleibt weiterhin aufgehoben – Kinder dürfen also auch komplett zu Hause bleiben. Die Schulpolitik war in der Coronakrise besonders umstritten. Noch in der vergangenen Woche lagen die Inzidenzen bei Schülerinnen und Schülern weit über 100. Am Dienstag war das nur noch bei den 10- bis 14-Jährigen mit 117,2 der Fall. Berlinweit und über alle Altersgruppen hinweg liegt die Sieben-Tage-Inzidenz inzwischen nur noch bei 63,3. In Marzahn-Hellersdorf waren es am Dienstag aber noch 79,3.

Was nicht übersehen werden darf: Während nicht zuletzt die Impfungen erheblich dazu beigetragen haben, die Zahl der Infektionen zu verringern, ist angesichts der Lockerungen in vielen Bereichen damit zu rechnen, dass es wieder zu mehr Ansteckungen kommen wird. Es wird zu einem Wettlauf mit der Impfkampagne, die inzwischen hochtourig läuft. Das ist auch deshalb wichtig, weil die besonders ansteckende indische Mutation B.1.617 seit Anfang April zwölf Mal in Berlin nachgewiesen wurde. Immerhin: Bisher sieht es so aus, als sollten die Impfstoffe gegen sie wirken.

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Ingo Salmen ist Online-Redakteur beim Tagesspiegel. Und bei Twitter ist er auch zu finden. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-i.salmen@tagesspiegel.de