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von Paul Lufter

Veröffentlicht am 17.08.2021

für viele Familien dürfte der vergangene Samstag besonders aufregend gewesen sein. Rund 36.000 Kinder sind berlinweit am Wochenende eingeschult worden. Aufgrund der Pandemie war der besondere Tag auch mit besonderen Herausforderungen verbunden. Wie Kinder den Tag erlebt haben, hat Saara von Alten versucht herauszufinden und dafür einfach mal bei den Jüngsten nachgefragt. Was die zu sagen hatten, können Sie hier nachlesen. Passend dazu möchte ich Ihnen auch den Artikel von Susanne Vieth-Entus ans Herz legen, die für Sie aufgeschrieben hat, warum Berlin endlich wieder Lehrer verbeamten muss. Den Artikel finden Sie hier auf Tagesspiegel Plus., unserem neuen digitalen Angebot, das Sie kostenlos testen können und mit dem Sie auch diesen Newsletter unterstützen. Denn unabhängiger Journalismus ist nicht umsonst.

Die SPD-Fraktion freute sich derweil über die Rückkehr zum Präsenzunterricht an den Schulen. In einer Mitteilung pochten sie in der vergangenen Woche zudem erneut auf ihre Forderung an den Senat, den freiwilligen Samstagsunterricht zu finanzieren, um die in den vergangenen Monaten ausgefallenen Schulstunden zumindest etwas abzudämpfen. Bereits im Winter hatte die Fraktion den Vorschlag gebracht.

Es bleibt zu hoffen, dass sich der Präsenzunterricht nicht bald wieder erledigt hat, denn die Corona-Zahlen steigen wieder rasant. Zwei der drei Ampeln zeigen inzwischen wieder auf Rot. Die Sieben-Tage-Inzidenz war am gestrigen Montag berlinweit im Vergleich zur Vorwoche von 38 auf 61,3 gestiegen. Bundesweit hatte Berlin damit den zweithöchsten Wert. In Marzahn-Hellersdorf stieg der Wert im gleichen Zeitraum von 24,1 auf 50.

Die Inzidenz hat an Aussagekraft verloren, meint man derweil bei der SPD. In einer gemeinsamen Mitteilung fordern deshalb Sven Kohlmeier, Kaulsdorfer Abgeordneter und rechtspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, und die Abgeordnetenhaus-Kandidat*innen Jan Lehmann und Luise Lehmann die zügige Entwicklung eines neuen Indikations-Tableaus, um auf die veränderte Corona-Lage zu reagieren. Laut Kohlmeier müsse die Einschränkung von Grundrechten immer gut begründet werden. Die Inzidenz habe als Maßgabe inzwischen zu viel an Bedeutung eingebüßt. Die Politik müsse entsprechend ein anderes Modell entwickeln, das in jede Phase der Pandemie passt. Kohlmeier verweist in diesem Zusammenhang auf Baden-Württemberg, wo seit Montag nicht mehr die Inzidenz, sondern die 3G-Regel entscheidet.

Im neuen Corona-Warnsystem des Robert-Koch-Instituts hat die Sieben-Tage-Inzidenz weiterhin einen Platz. Insgesamt drei Warnstufen hat das System. Neben der Inzidenz soll in Zukunft der Anteil schwer Erkrankter und die Belegung der Intensivstationen mit einbezogen werden. Das Konzept enthält zudem Vorschläge, was sich bei den verschiedenen Warnstufen ändern kann. Thomas Sabin hat das System für Sie auf tagesspiegel.de zusammengefasst. Alle Informationen und aktuelle Neuigkeiten finden Sie wie immer in unserem Corona-Blog.

  • Paul Lufter ist freier Mitarbeiter beim Tagesspiegel. Fragen, Anregungen, konstruktive Kritik, Wünsche und Tipps bitte an Paul.Lufter@tagesspiegel.de. Ansonsten finden Sie ihn auch auf Twitter.