Kiezkamera

Veröffentlicht am 26.01.2021 von Paul Lufter

Rudolf Ledetsch wurde am 15. August 1880 in Dresden geboren. Ledetsch wuchs in einem jüdischen Elternhaus auf. Im Frühjahr 1902 zog der damals 21-Jährige nach Berlin. Er arbeitete als Versicherungsbeamter bei der Victoria-Versicherung in der Alexanderstraße. 1916 heiratete er und wurde Vater. Nach der Verabschiedung des antijüdischen „Gesetztes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ wurde Ledetsch als Versicherungsbeamter entlassen. Da die Familie sich so ihre Wohnung in Friedrichshain nicht mehr leisten konnte, zog sie nach Biesdorf-Süd in die Gleiwitzer Straße 4.

Ab 1939 leistete er Zwangsarbeit bei der Deutschen Waffen- und Munitionsfabrik AG am Eichenborndamm in Reinickendorf. Ende Februar 1943 wurde Ledetsch bei einer sogenannten Fabrikaktion an seiner Arbeitsstätte verhaftet. Über sein weiteres Schicksal ist nichts bekannt. Heute erinnert ein Stolperstein an der Gleiwitzer Straße 4 an ihn. Ledetsches Biografie sowie die von vielen weiteren Opfern des Nationalsozialismus, können Sie auf stolpersteine-berlin.de nachlesen.

Morgen jährt sich die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz. An diesem Tag wird der Opfer des Holocaust gedacht. In Marzahn-Hellersdorf hat das Bündnis für Demokratie und Toleranz Marzahn-Hellersdorf pandemiebedingt zur stillen Erinnerung aufgerufen. Alle weiteren Informationen dazu finden Sie weiter oben im Tipp.  

Foto: Paul David Doherty/Wikipedia/CC BY-SA 3.0

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