Künstler

Galerie M: Was an der Marzahner Promenade folgen könnte

Veröffentlicht am 02.01.2018 von Ingo Salmen

Das abrupte Aus für die Galerie M in ihrer bisherigen Form hat zu Verstimmungen beim Vermieter, der Wohnungsbaugesellschaft Degewo, geführt. Die Kündigung durch Kulturamtschef Nicolas Vecchini in zwei dürren Zeilen per Fax fand der Leiter Gewerbeimmobilien, Rainer Uhlig, „etwas deplatziert“, wie er Kulturstadträtin Juliane Witt (Linke) wissen ließ. „Sollte die Galerie M wirklich die Marzahner Promenade (MP) verlassen, wird es sehr schwer werden, die Lücke wieder zu schließen.“ Und die Leiterin des Marzahner Kundenzentrums, Julia Miethe, schreibt: „In den letzten Jahren wurde mit viel Engagement von allen Seiten versucht der MP mehr Leben einzuhauchen. Diese Kündigung trifft uns daher umso mehr, da die Galerie M ein wichtiger Bestandteil war.“

Bezirk und Degewo wollen nun gemeinsam prüfen, wie sie die Marzahner Promenade 46 als Kulturstandort erhalten können. Witt möchte gern die Anwohner einbeziehen und hat schon einmal erste Ideen gesammelt: Denkbar wären eine vom Bezirk geförderte, aber von Bürgern getragene „Bürgergalerie M“, der Titel „Kostbarkeiten M“ für einen Ausstellungsraum der BVV (anstelle des Marzahner Rathauses), ein Kunstraum für die neue Künstlerinitiative Marzahn-Hellersdorf, ein Schaufenster „Kunst von hier“, betrieben von einem freien Träger aus dem Bezirk, ein Treffpunkt „Art & Action“ von jungen Künstler und für sie, die Weiterführung des Kunstlabors M. Witt gesteht selbst ein, dass die Vorschläge von unterschiedlicher Qualität sind. Offe ist vor allem aber, wie eine Finanzierung des Standorts MP46 mittelfristig gesichert werden soll. Die Kulturstadträtin selbst hatte im Dezember einen Weiterbetrieb durch den Bezirk als „nicht sehr realistisch“ bezeichnet.