Kultur

Sorge ums Theater am Park: Neue Planung nötig - während der Beton bröckelt

Veröffentlicht am 03.12.2019 von Ingo Salmen

Sorge ums Theater am Park: Der Beton bröckelt. Wie geht’s weiter mit dem Theater am Park in Berlin-Biesdorf? Das wollte die Linke in der vergangenen Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung wissen. Groß waren die Hoffnungen, das Haus zu sanieren und den brachliegenden Saal wieder zu aktivieren, nachdem vor einem Jahr das Land sogenannte GRW-Fördermittel in Höhe von rund zehn Millionen Euro bewilligt hatte. Doch seitdem war nicht mehr viel zu hören. Wirtschaftsstadträtin Nadja Zivkovic (CDU), in deren Zuständigkeit das Gebäude fällt, erklärte dazu, für die GRW-Mittel gebe es eine mündliche Zusage durch den Senat, ein förmlicher Förderbescheid werde üblicherweise erst spät im Verfahren ausgestellt – woraufhin die Linke darauf drängte, sich doch bitte zu beeilen, damit die Gelder nicht verfallen.

Zivkovics Problem ist, dass die Wirtschaftsförderung nicht bauen darf, der Fachbereich Facility Management von Stadträtin Juliane Witt (Linke) aber keine Kapazitäten hat (weshalb die Wirtschaftsförderung das Projekt überhaupt erst übernommen hatte). Auch Landesfirmen wie die Grün Berlin und die Wista haben schon abgewunken. Allerdings hat sich die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen bereiterklärt, den Bau zu managen – wenn denn vorher genau geklärt wird, was im Einzelnen baulich zu tun ist.

Deshalb soll es jetzt eine neue „Zielplanung“ geben, wie Zivkovic erklärte – mit 110.000 Euro von der Senatswirtschaftsverwaltung gefördert. Das löste Verwunderung aus, weil es bereits ein Konzept gibt, das Theater im Saal mit einer Nutzung als soziokulturellem Zentrum verbindet. Der Titel, hoffentlich mit Strahlkraft: „Theater des Ostens“. Nach einigem Hin und Her ließ Zivkovic erkennen, dass dieses Konzept in die neue Planung einfließen soll – ohne sicher sagen zu können, dass es weiter verfolgt werde. Der CDU-Abgeordnete Christian Gräff, der in die Planung involviert ist, erklärte indes auf Tagesspiegel-Anfrage, am inhaltlichen Konzept solle sich nichts ändern. Die neue Planung betreffe nur die baulichen Details.

Die aber dürfen auch nicht mehr ewig vertagt werden. Denn um den aktuellen Zustand des Theaters ist es schlecht bestellt, wie der Linken-Verordnete Norbert Seichter berichtete. Der Haupteingang sei bereits gesperrt, der Putz unter der Decke müsse abgeschlagen werden, der Beton bröckle, die Stahlarmierung sei bereits zu sehen. An der Vorderfront seien große Fensterscheiben gesprungen und nur notdürftig mit Klebeband gesichert worden. „Es ist absehbar, wann die Baupolizei einschreitet“, warnte Seichter. „Wie können wir bausichernde Maßnahmen unterstützen?“, wollte er wissen. „Was ist kurzfristig zu tun, um eine Schließung des Gebäudes abzuwenden?“ Eine Antwort bekam er nicht. – Text: Ingo Salmen
+++

Diesen Text haben wir dem neuen Tagesspiegel-Newsletter für Marzahn-Hellersdorf entnommen. Den Bezirksnewsletter gibt es in voller Länge und kostenlos unter leute.tagesspiegel.de.
+++
Meine weiteren Themen im Newsletter für Marzahn-Hellersdorf – eine Auswahl

  • Jetzt also doch: Bezirksamt beschließt Einführung der Tagesreinigung an Schulen – und bekommt auch Landesmittel dafür
  • Eine Erinnerung an die Retter von Michael Degen: Marie-Luise und Carl Hotze bekommen Stolpersteine in Kaulsdorf
  • „Nacht der Solidarität“: Berlin will seine Obdachlosen zählen, Freiwilligenagentur sucht noch Helfer
  • Sorge um das Theater am Park: Neue Planung nötig – während der Beton bröckelt
  • Kim hat wieder ein Dach über dem Kopf: Tagesspiegel-Bericht bescherte Straßenkind eine eigene Wohnung
  • Zahlreiche Kultureinrichtungen stehen auf der Kippe
  • Kartenspielen im Haus Bolle: Familienministerin Franziska Giffey war in Marzahn zu Besuch
  • Marzahn-Hellersdorf bereitet sich auf die Afrikanische Schweinepest vor
  • Tischtennis-Frauen eilen von Sieg zu Sieg
  • … das alles und noch mehr Kiez-Ideen, Nachrichten, Tipps und Termine aus Marzahn und Hellersdorf kostenlos jede Woche einmal im Newsletter. Den gibt es in voller Länge hier leute.tagesspiegel