Namen & Neues

Eine Einladung an Franziska Giffey

Veröffentlicht am 20.03.2018 von Ingo Salmen

Drei Jahre lang war sie Bezirksbürgermeisterin von Neukölln. Aber aufgewachsen ist sie in Brandenburg, unweit von Frankfurt. „Ich werde die Ministerin im Kabinett sein, die den Osten repräsentiert“, sagt Franziska Giffey. „Ich glaube, dass es den Menschen im Osten guttut, wenn sie wissen: Da ist eine von uns.“ Als Familienministerin soll die SPD-Politikerin in der großen Koalition für die richtige Balance zum Westen sorgen. Kinderarmut, Kinderrechte und Kinderschutz nennt Giffey im Tagesspiegel-Interview als ihre besonderen Anliegen. „Wir erleben häufig, dass Eltern nicht in der Lage sind, ihre Kinder ausreichend zu unterstützen“, sagt sie. „Wir müssen die Institutionen stärken, die das ausgleichen können.“

Das klingt etwas anders als in Marzahn-Hellersdorf. Giffey spricht hier über frühkindliche Bildung, und niemand im Bezirk würde die Bedeutung gut ausgestatteter Kitas bestreiten. Wenn es um Vernachlässigung von Kindern geht, von Rückständen in der Entwicklung bis zu gewalttätigen Übergriffen, hat Familienstadtrat Gordon Lemm zuletzt mehrfach betont, dass er in erster Linie die Eltern in der Verantwortung sieht. Der Sozialdemokrat will deshalb die Prävention massiv ausbauen, lieber Eltern frühzeitig unterstützen, bevor sie überfordert sind, statt in öffentlichen Einrichtungen verlorene Jahre nachholen zu müssen.

Liebe Franziska Giffey, wäre das nicht eine vortreffliche Aufgabe für eine neue Bundesfamilienministerin? Ihr Parteifreund Lemm wird Sie sicher gern im Bezirk willkommen heißen und Ihnen Probleme und Pläne im Detail vorstellen. Dann können Sie gemeinsam beraten, wo die richtigen Akzente zu setzen sind. Marzahn-Hellersdorf als Modellkommune für Kinderschutz und Kinderförderung – das wäre doch was. (Selbst wenn sich das hier ein wenig wie Post von Wagner liest.)

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