Namen & Neues

Staatssekretär weist Kritik der Alice-Salomon-Hochschule zurück

Veröffentlicht am 14.08.2018 von Ingo Salmen

Die Hellersdorfer Hochschule soll wachsen, bis 2022 soll es 30 Prozent mehr Studienplätze geben – doch ein dringend benötigter Erweiterungsbau am Kokoschkaplatz lässt noch auf sich warten. „Man kann richtig zusehen, wie der Neubau auf der Prioritätenliste der Landespolitik nach unten rutscht“, hatte die künftige Rektorin der ASH, Bettina Völter, kürzlich im Tagesspiegel-Interview beklagt. „Die Hochschule ist aber im Dauerstress, weil sie ohne Räume die Lehre nicht ausbauen und die Qualität nicht sichern kann. Das ist ein untragbarer Zustand.“ Die Senatsverwaltung für Wissenschaft und Forschung will das so nicht stehen lassen. Von „untragbaren Zuständen“ an der ASH könne keine Rede sein, sagt Staatssekretär Steffen Krach, und der Neubau sei auch nicht zurückgestellt worden. Die Hochschule sei vielmehr „ein wichtiger Partner für das Land Berlin“.

Und konkret zur Sache? Verzögerungen hat es gegeben, das gesteht die Senatsverwaltung ein, doch die seien teilweise auch durch neue Wünsche der Hochschule entstanden, die zusätzliche Prüfungen nach sich gezogen hätten. Für die erste Erweiterung und den Bau der Mensa gibt sie eine Fertigstellung im Frühjahr 2022 an; die dritte Erweiterung, die den aus dem Zuwachs entstehenden Raumbedarf decken soll, geht jedoch erst in die Beratungen für den Doppelhaushalt 2020/21 ein und lässt sich jetzt noch nicht terminieren. Für den Übergang bekommt die Hochschule allerdings je 100.000 Euro in den Jahren 2018 und 2019 und je 75.000 Euro in den Folgejahren, um extern Räume anzumieten und herzurichten.

Es sei „absolut unstrittig“, dass das Wachstum der nächsten Jahre eine „große Herausforderung“ für die ASH sei, sagt Krach. Doch das Land unterstütze sie auch darin und stelle ihr neben den Investitionen in den Neubau auch kontinuierlich höhere Haushaltsmittel zur Verfügung, so dass sie 7,3 Millionen Euro mehr im Jahr 2022 als noch 2017 ausgeben kann – ein Plus von 50 Prozent. „Die Alice-Salomon-Hochschule ist die staatliche Hochschule mit dem höchsten prozentualen Aufwuchs im Land Berlin“, sagt der Staatssekretär. „Aus meiner Sicht ist dieser Hochschulvertrag für die ASH eine gute Vereinbarung.“ Sollte es in der Zwischenzeit Probleme geben, ausreichend Räume zu finden, sei die Verwaltung „jederzeit bereit“, der Hochschule zu helfen. Eine schnellere Bauplanung hätte er sich auch gewünscht, ergänzt Krach. „Wir arbeiten daran, die Prozesse zu beschleunigen.“

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