Namen & Neues

Grüne wollen neuen Anlauf bei Sanierung der Lemkestraße

Veröffentlicht am 11.12.2018 von Ingo Salmen

Der Wechsel im Bezirksamt weckt auch Begehrlichkeiten bei den Grünen. Nach dem Rücktritt von Johannes Martin (CDU) formulieren sie Forderungen an die designierte Nachfolgerin Nadja Zivkovic (ebenfalls CDU). Es geht um die Sanierung der Lemkestraße in Mahlsdorf. Grünen-Sprecherin Julia Scharf verlangt in einer Mitteilung eine „einvernehmliche Lösung im Sinne des Naturschutzes und der Anwohner*innen“.  Erneut werfen sie Martin „Intransparenz“ vor, was dieser stets zurückgewiesen hatte. „Planungsbasis muss sein, auf beiden Seiten Platz für Bäume und Radstreifen zu lassen.“ Bäume „mit der besten Prognose und Vitalitätsstufe“ sollten erhalten bleiben, bei Neupflanzungen die richtige Mischung beachtet werden – „auch vor dem Hintergrund eines bienenfreundlichen ‚Trachtbandes‘ als eine stetige Abfolge von Nektar und Pollen“.

Die Sanierung der Lemkestraße ist vom Bezirksamt am 7. November beschlossen worden. Ein Gutachter hatte die Fällung von 19 der 60 Bäume empfohlen, weil diese nicht mehr stand- und bruchsicher seien. Der Beschluss sieht Nachpflanzungen vor, um den Alleecharakter zu erhalten. Die Fahrbahn soll auf 6,50 Meter verengt werden, Fahrräder sollen auf der Straße fahren, deren Feldsteinpflaster durch eine Asphaltdecke ersetzt wird. Der Bezirk will bei der Senatsverwaltung die Beibehaltung von Tempo 30 durchsetzen. Grundlage des Beschlusses war eine Übereinkunft bei einer Versammlung mit den unmittelbaren Anwohnerinnen und Anwohnern am 17. Oktober. Die Bürgerinitiative, die sich für den Erhalt des historischen Pflasters eingesetzt hatte, wollte anschließend von einer Einigung jedoch nichts wissen. Derweil gibt es eine andere Anwohnerinitiative, die sich für die geplante Sanierung ausspricht. Es gehe „bedauerlicherweise inzwischen gar nicht mehr um eine intelligente und zukunftsorientierte Lösung“, schreibt der Initiator Michael Katsch, „sondern um Ideologien und persönliche Befindlichkeiten“. Er hat bei einer Online-Petition inzwischen 516 Unterstützer gewonnen.