Namen & Neues

Was der Regierende Bürgermeister zur Seilbahn sagt

Veröffentlicht am 08.01.2019 von Ingo Salmen

Offensiv sprach Dagmar Pohle beim Festakt zum Bezirksjubiläum eine Debatte an, die den Bezirk seit Monaten bewegt. „Sehr geehrter Herr Müller“, sagte die Bezirksbürgermeisterin zum Regierenden Bürgermeister vor ihr in der ersten Reihe, „wir hoffen auf Ihre Unterstützung für unsere viel geliebte Schwebebahn, denn wir möchten sie behalten.“ Ob nun die BVG oder jemand anderes das sicherstelle, sei ihr „relativ egal“, merkte die Linken-Politikerin an. „Aber für den Bezirk und das Land Berlin wäre es ein großer Schaden, wenn diese Bahn wieder abgebaut würde.“ Die Festgäste im Saal des Freizeitforums stimmten mit kräftigem Beifall zu. Nur Michael Müller konnte sich nicht äußern, denn der Sozialdemokrat hatte schon vor Pohle das Wort ergriffen.

Also dann: Wie hält er’s mit der Seilbahn? „Ich hoffe, dass sie bleibt“, sagte Müller dem Tagesspiegel nach der Feier auf Nachfrage. Und mit einer Einbindung in den öffentlichen Nahverkehr? Die hatte Pohle zwar in ihrer Rede nicht gefordert, doch es ist die vom damaligen Stadtrat Johannes Martin (CDU) erklärte Position des Bezirksamts, zumindest einen Probebetrieb als Teil des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg aufzunehmen. Auch die Bezirksverordneten hatten sich erst im November einstimmig dafür ausgesprochen. Spontan wollte sich Müller am Sonnabend nicht dazu äußern. Am Montag ließ er zumindest ausrichten, die Seilbahn habe die „Sympathie“ der Menschen im Bezirk und werde auch von vielen Gästen geschätzt, was es zu erhalten gelte. Der Auftrag des Regierenden Bürgermeisters an die parteilose, von den Grünen nominierte Verkehrssenatorin Regine Günther: „Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz ist deshalb aufgefordert, gangbare Lösungen für einen dauerhaften Betrieb aufzuzeigen.“

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