Namen & Neues

Tanken an der Laterne: Marzahn-Hellersdorf wird Modellbezirk für E-Autos

Veröffentlicht am 22.01.2019 von Ingo Salmen

Sie besitzen einen batteriebetriebenen Wagen, aber keinen Parkplatz mit Stromanschluss? Dann ist Hilfe in Sicht. Denn Marzahn-Hellersdorf wird neben Steglitz-Zehlendorf der zentrale Ort eines Pilotprojekts, das die Elektromobilität in Berlin deutlich voranbringen soll. Noch in diesem Jahr soll in der Hauptstadt mit dem Aufbau von 1600 Ladestationen begonnen werden, von denen sich ein Großteil im Nordosten der Stadt befinden wird. Ein Verbund um das am Schöneberger Euref-Campus ansässige Startup Ubitricity hat kürzlich den Zuschlag des Bundeswirtschaftsministeriums dafür erhalten. Beteiligt sind unter anderem auch die Gasag Solution Plus, die Technische Universität und die Senatsverkehrsverwaltung. Ubitricity zufolge beläuft sich das vorläufige Fördervolumen auf elf Millionen Euro.

Darum geht’s: Im öffentlichen Raum sollen in den beiden Bezirken 1000 neue Ladepunkte entstehen – und zwar indem Laternen einen Stromanschluss erhalten. „Untersucht werden soll, wie der Aufbau öffentlicher Ladepunkte für Anwohnerinnen und Anwohner ohne dauerhaften und gesicherten Zugang zu privaten Parkplätzen erfolgen kann“, teilt der Sprecher der Verkehrsverwaltung, Jan Thomsen, dazu mit. „Wir wollen wissen, inwiefern öffentliche Laternenladepunkte dazu beitragen können, Elektromobilität für immer mehr Menschen attraktiv zu machen.“ Bekanntlich gelten Lücken in der Ladeinfrastruktur als ein Hemmnis für die Anschaffung eines Elektroautos. Neben den Laternen zum Tanken wird die Gasag-Tochter zudem 600 Stromanschlüsse für diesen Zweck in privaten Immobilien in Berlin installieren, zum Beispiel in Parkhäusern.

Ab Herbst will Ubitricity die ersten Laternen aufstellen. Je 250 sollen zunächst in Marzahn-Hellersdorf und Steglitz-Zehlendorf bis zum ersten Quartal 2020 zum Stromtanken zur Verfügung stehen. Dafür will das Unternehmen vorhandene Laternen durch Masten mit zwei Klappen ersetzen, erläutert Sprecherin Alexa Thiele – eine fürs Licht und eine für die Steckdose. Wie die weiteren 500 sich auf die beiden Bezirke verteilen, sei noch nicht klar. Zunächst müssten Autobesitzer dafür allerdings ein spezielles „Smartcable“ anschaffen, in das ein Stromzähler zur genauen Abrechnung integriert sei, erklärt Thiele. Wo genau die Laternen stehen werden, müsse noch festgelegt werden. Auch Anwohnerinnen und Anwohner sollen dafür Vorschläge einreichen, sagt die Firmensprecherin – über die Website neueberlinerluft.de. Die ist derzeit freilich selbst noch eine Baustelle.

Also fackeln wir nicht lange: Wo hätten Sie gern eine Ladelaterne in Marzahn-Hellersdorf? Schreiben Sie uns per Mail, wir leiten die Vorschläge gern weiter. Es muss schnell gehen: Das Bundesprogramm trägt den Titel „2017 bis 2020“. Die Halbzeit liegt also schon hinter uns.