Namen & Neues

Schulbauoffensive: Bezirk rechnet nicht mehr mit Abschluss bis 2027

Veröffentlicht am 29.01.2019 von Ingo Salmen

Eile wird im Land Berlin nicht belohnt. Das scheint die Lehre aus dem Start in die Schulbauoffensive zu sein. Der Bezirk Marzahn-Hellersdorf war 2017 nämlich der erste, der mit der Entwicklung eines Konzepts für Ausweichstandorte begonnen hat, in die Schulen einziehen können, deren Gebäude von Grund auf saniert werden müssen. Inzwischen liegt ein Konzept für den Regionalverbund Ost vor, dem unter Federführung von Marzahn-Hellersdorf auch Lichtenberg, Pankow, Treptow-Köpenick und Friedrichshain-Kreuzberg angehören. Drei sogenannte „Drehschreibenstandorte“ stehen für MaHe fest: an der Sebnitzer Straße in Hellersdorf, der Haltoner Straße in Biesdorf und der Bruno-Baum-Straße in Marzahn. Somit können drei Schulen parallel grundsaniert werden.

Doch die Planung kann noch nicht beginnen. Obwohl der Plan lange bekannt und die Finanzierung für Containerschulen an allen drei Standorten gewährleistet sei, habe das Land nun mitgeteilt, dass es erst einmal zentrale Vorgaben für die Bauten definieren will, teilte Immobilienstadträtin Juliane Witt (Linke) am Donnerstag in der Bezirksverordnetenversammlung mit. „Solange das nicht definiert ist, kann weder mit der Planung noch dem Bau begonnen werden“, sagte sie. Witts Prognose: Wegen der Verzögerungen hält sie den vom Land geplanten Abschluss der Schulbauoffensive bis zum Jahr 2027 nicht mehr für möglich. Die Initiative sei richtig, betonte Witt auf Nachfrage, doch die Politik dürfe jetzt auch keine falschen Hoffnungen machen.

Was erschwerend hinzukommt: der Personalmangel. Noch immer sucht der Regionalverbund Ost einen Geschäftsstellenleiter (Anzeige hier), eine Assistenz dafür (Anzeige hier) und nebenbei der Bezirk eine weitere Leitungskraft im Baubereich (Anzeige hier). Schulstadtrat Gordon Lemm (SPD) glaubt kaum, dass die sonst veranschlagten 15 Monate für die Errichtung der Containerschulen vermutlich ausreichen werden. Es ist noch einiges zu klären: Lemm kann sich auch über die Schulbauoffensive hinaus eine Nutzung der drei Ausweichstandorte vorstellen. Dafür müsste das Land aber Container in höherwertiger Ausführung genehmigen. Außerdem sei es noch eine offene Frage, ob jeder Ausweichstandort auch eine eigene Sporthalle bekommen solle. Lemm führte die erheblichen Investionen als Argument für eine Nachnutzung an.

15 Millionen Euro Baukosten für jeden Standort kalkuliert der Bezirk nach sehr vorläufigen Schätzungen. Zum Vergleich: Die Fuchsberg-Grundschule kostete als vollwertiger Bau 17 Millionen Euro. Allerdings ist diese auch deutlich kleiner, während die Ausweichstandorte auf die Kapazität einer fünfzügigen Oberschule ausgelegt sind, um eine höchstmögliche Flexibilität zu haben.