Namen & Neues

Vier Grundschulen haben zu kleine Mensen für kostenloses Mittagessen

Veröffentlicht am 09.04.2019 von Ingo Salmen

In der Politikwissenschaft gibt es eine klassische Studie des Amerikaners Aaron Wildavsky mit dem schönen Titel „How Great Expectations in Washington are Dashed in Oakland“. Die Ziele der Politik sind oft wunderbar, ihre Umsetzung aber bringt sie oft in Gefahr. Der Plan, ab dem kommenden Schuljahr an allen Berliner Grundschulen ein kostenloses Mittagessen zu servieren, macht da keine Ausnahme. Von Caterern bis Schulleitern häufen sich inzwischen die Warnungen, das Angebot „überstürzt“ einzuführen – mit allen möglichen negativen Begleiterscheinungen. Die rot-rot-grüne Koalition im Abgeordnetenhaus hält jedoch an ihrem Projekt fest.

Eine „besonders herausfordernde Mensasituation“ haben Schulamt und die Außenstelle der Senatsbildungsverwaltung jetzt bei vier Grundschulen festgestellt, als sie alle 21 Grundschulen des Bezirks einem „Screening“ unterzogen haben, wie Stadtrat Gordon Lemm (SPD) berichtet. Dabei wurde der Extremfall simuliert, dass alle Kinder das Kostenlos-Angebot auch nutzen werden. Nun klingt „herausfordernde Mensasitution“ ein wenig wie Eltern, die über ihr „aufgewecktes Kind“ reden. Im Klartext heißt das: Es gibt nicht genug Platz, die Mensen sind zu eng und, schlimmer noch, lassen sich bis zum Sommer auch nicht erweitern. Betroffen sind davon die Johann-Strauß-Grundschule, die Bücherwurm-Grundschule, die Kolibri-Grundschule und die Franz-Carl-Achard-Grundschule. Bis Mai will Lemm jetzt mit den Schulen nach „kreativen Lösungen“ suchen, wie sie dem Problem im Einzelfall begegnen können.

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