Namen & Neues

"Die Feuerwehr hat Angst, dass es brennt"

Veröffentlicht am 11.06.2019 von Benjamin Reuter

„Die Feuerwehr hat Angst, dass es brennt“. Seit Jahren wird um einen neuen Standort für die Freiwillige Feuerwehr Mahlsdorf gerungen. Dass ein Umzug dringend nötig ist, zeigte jetzt noch einmal ein Bericht des RBB. Die Ausrüstung sei so alt, der Platzmangel so akut, dass die Feuerwehr dort fürchte, dass sie zu einem Brand gerufen wird, berichten die Kollegen. Hier finden Sie ein Foto von der Wache – die entstand 1960.

Eigentlich gibt es schon einen Standort, den die Feuerwehr als neues Quartier präferieren würde: Nämlich ein Grundstück An der Schule gleich in der Nähe der alten Wache. Das Problem: Es gehört der TLG Immobilien AG, die das Grundstück nur hergeben will, wenn der Bezirk die umliegenden Grundstücke von einem reinen Gewerbe- in ein Mischgebiet umdeklariert. So könnten dort auch Wohnungen entstehen. Doch bisher sträubt sich der Bezirk. Die TLG ist eine privatisierte Tochter der Treuhand.

In diese festgefahrene Lage grätscht jetzt der Linken-Abgeordnete Kristian Ronneburg hinein. Er schreibt in einer Presseerklärung: „Ich fordere die TLG auf, ihren Widerstand gegen den Verkauf des Grundstücks für die Feuerwehr endlich aufzugeben.“ Und weiter: „Die Treuhand sollte sich ihrer Verantwortung gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern bewusst sein. Die Immobilien entstammen immerhin früherem Eigentum der DDR und waren damit faktisch Eigentum der Bürgerinnen und Bürger.“

Oha, droht hier einer etwa mit Enteignung? Eher nicht, denn auch Ronneburg spricht sich für Wohnungsbau in dem Areal aus. Und geht damit auf eine Forderung der TLG ein. So appelliert der Politiker in seinem Schreiben auch an den Bezirk. „Der Bezirk muss über die weitere Entwicklung der Grundstücke zwischen der Straße An der Schule und der Landsberger Straße neu nachdenken.“ Das Argument des Bezirks, eine Mischnutzung sei nicht möglich, nennt Ronneburg „fragwürdig“. Dafür seien in den vergangenen Jahren in dem Areal zu viele Wohnungen entstanden. Warum also nicht mehr davon? Benjamin Reuter
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Diesen Text haben wir als Leseprobe dem neuen Tagesspiegel-Newsletter für den Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf entnommen. Den kompletten Bezirksnewsletter, den wir Ihnen einmal pro Woche schicken, können Sie ganz unkompliziert und kostenlos bestellen unter leute.tagesspiegel.de.

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