Namen & Neues

ASH-Neubau rückt näher, doch die Raumprobleme bleiben

Veröffentlicht am 25.06.2019 von Ingo Salmen

Seit einem Jahrzehnt kämpft die Alice-Salomon-Hochschule um einen Erweiterungsbau. Jetzt zeichnet sich endlich ein Erfolg ab: Die Senatsverwaltung für Finanzen hat in der nächsten Verteilrunde für den Siwana-Fonds 21 Millionen Euro für den bislang nicht finanzierten dritten Bauabschnitt vorgesehen, wie der Tagesspiegel vergangene Woche berichtete. Der Durchbruch ist das noch nicht: Abgeordnete der Koalition zeigten sich pikiert, dass Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) eigenmächtig ein großes Investitionspaket geschnürt hat, ohne sich mit den Partnern abzustimmen. Ist damit der ASH-Neubau am Hellersdorfer Kokoschkaplatz wieder in Gefahr? Rektorin Bettina Völter ist sich inzwischen recht sicher: „Das Parlament hat das letzte Wort“, gesteht sie im Gespräch mit dem Leute-Newsletter ein. Doch sie habe von Abgeordneten aus Koalition und Opposition „positive Signale“ erhalten: Sie würden die Maßnahme unterstützen. Der Austausch mit der Landesregierung sei in den vergangenen Monaten „sehr gut“ gewesen. Dort sei die Einsicht gewachsen, dass es günstiger sei, alles in einem Rutsch zu bauen statt häppchenweise.

Nur der Zeitplan verschiebt sich abermals: Als wir vor einem Jahr zuletzt berichteten, war noch von einem Baubeginn im Februar/März 2020 die Rede. Inzwischen rechnet Völter mit einem Start Ende 2020 und der Fertigstellung in den Jahren 2022 oder 2023. Die Hochschule setzt das gehörig unter Druck: Bis dahin soll die Zahl der Studierenden von 3700 auf 5000 steigen – bevor die neuen Räume zur Verfügung stehen. Schon jetzt fehlt es an allen Ecken und Enden. Die Senatsbildungsverwaltung hat deshalb für die Jahre 2018 bis 2021 insgesamt 350.000 Euro zur Verfügung gestellt, um Räume anzumieten.

Das reicht hinten und vorne nicht. Im Oktober 2019 kann die ASH immerhin 1200 Quadratmeter neue Räume in der ersten Etage der ehemaligen Einkaufs- und Restaurantmeile am Fritz-Lang-Platz hinter dem Rathaus Helle Mitte beziehen. Doch die kosten in zwei Jahren schon 370.000 Euro. Auch wenn die Mittel ungewiss sind, hat die Hochschule sie sich erst mal für sieben Jahre gesichert. Völter geht aber davon aus, dass auch der Neubau den Platzbedarf nicht decken wird. Weitere 330 Quadratmeter hat die Hochschule schon vor Jahren in der Döbelner Straße gemietet. Das schlägt noch einmal extra mit 47.000 Euro per anno zu Buche. Ende 2020 sei die Anmietung zusätzlicher Räume wegen des Aufwuchses an Studienplätzen unvermeidbar, sagt Völter.

Die Eigenmittel, die die ASH investiert, sind enorm: 21 Millionen Euro gibt das Land aus dem Siwana-Fonds für den dritten Bauabschnitt, 6,9 Millionen Euro hatte es bereits aus einer früheren Siwana-Runde für den zweiten reserviert, die Mensa (bisher gibt es nur eine Cafeteria). Aber die 10 Millionen Euro für den ersten Abschnitt, der lediglich die seit 2012 fehlenden Flächen kompensiert, hatte sich die Hochschule über Jahre aus dem eigenen Haushalt zusammengespart. Insgesamt wird der Neubau 5650 Quadratmeter zusätzliche Flächen bereitstellen. Auch zum Umbau der neuen Räume am Fritz-Lang-Platz musste sie erst einmal 500.000 Euro aus dem eigenen Etat zuschießen, um später eine vertretbare Miete zahlen zu können. Vorgesehen seien die nirgendwo, sagt die Rektorin. „Die schneiden wir uns irgendwo raus.“