Namen & Neues

Carsharing jetzt auch in Marzahn

Veröffentlicht am 29.10.2019 von Caspar Schwietering

Carsharing jetzt auch in Berlin-Marzahn. Die neuen Verkehrsangebote sind in der Stadt bekanntlich etwas widersinnig verteilt. In der Innenstadt, wo die Menschen sowieso nicht aufs Auto angewiesen sind, gibt es massenhaft neue Ideen: Carsharing, Leihfahrräder, E-Scooter, Berlkönig etc. Und am Stadtrand? Nüscht!

Ein bisschen Hoffnung bring Oply – der erste Car-Sharing Anbieter, der es nach Marzahn schafft. An der Allee der Kosmonauten wird Oply zwei Autos installieren. Mit der Oply-App können Nutzer die Autos spontan anmieten (für sechs Euro pro Stunde) oder aber gleich für den ganzen Tag mieten (45 Euro). 150 Kilometer, Benzin, Navi und Versicherung sind im Preis enthalten. Anders als bei anderen Anbietern müssen die Fahrzeuge nach der Nutzung aber wieder in ihrer „Heimatzone“ sprich rund um die Allee der Kosmonauten abgegeben werden. „Die Oply-Zonen außerhalb des Berliner S-Bahn-Rings entwickeln sich sehr gut, weil hier der Bedarf nach einer Alternative zum eigenen Auto besonders groß ist“, sagt Katharina Wagner, Geschäftsführerin von Oply. „Wir wollen nun auch in Marzahn-Hellersdorf möglichst vielen Menschen Zugang zu unserem flexiblem Charsharing bieten.“

Die Verkehrsstadträtin des Bezirks, Nadja Zivkovic (CDU), war von den Plänen vorab nicht informiert, freut sich aber über das Engagement von Oply. „Wenn die ersten Anbieter Marzahn-Hellersdorf entdecken, ist das doch toll“. Das Stationsmodell sei zudem ökologisch vorteilhaft, weil dadurch tatsächlich private Pkw ersetzt werden könnten. Demgegenüber würden die sogenannten Free-Floating-Modelle, bei denen die Wagen an einer beliebigen Stelle innerhalb des Operationsgebietes abgestellt werden könnten, eher Fahrten vom öffentlichen Nahverkehr abziehen.

Zivkovic zeigte sich optimistisch, dass auch die BVG bis Ende des Jahres eine Jelbi-Station am U-Bahnhof Elsterwerdaer Platz installieren wird. Damit würde ein sogenannter Mobilitätshub geschaffen. Fahrgäste der BVG könnten etwa von der Innenstadt kommen ihre Wege mit Leihrädern, E-Scootern, Leihmoped oder ähnlichem fortsetzen und Geräte anschließend irgendwo im Bezirk wieder zurückgeben. In der Gegenrichtung müssten die Fahrzeuge allerdings wieder zum Elsterwerdaer Platz zurückgebracht werden. Derzeit gibt es drei Jelbi-Stationen in Berlin – an den U-Bahnhöfen Prinzenstraße, Schönhauser Allee, Jakob-Kaiser-Platz. Zu den Plänen in Marzahn-Hellersdorf hieß es von der BVG, man sei in guten Gesprächen mit dem Bezirk.

Wann der Berlkönig in den Bezirk kommt, ist dagegen weiter völlig offen. Und eine Idee ist inzwischen schon wieder gestorben. Mit dem „Berlkönig BC“ wollte die BVG eine Art Rufbus zwischen dem U-Bahnhof Hönow und der Umlandgemeinde Altlandsberg schaffen. Doch das Projekt scheiterte an bürokratischen Hürden in Altlandsberg. Hier soll nun ein normaler Linienbus kommen. – Text: Caspar Schwietering
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Diesen Text haben wir dem neuen Tagesspiegel-Newsletter für den Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf entnommen. Den gibt es in voller Länge und kostenlos unter leute.tagesspiegel.de.
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