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Feuerwache Mahlsdorf: Das sagt die Senatsinnenverwaltung

Veröffentlicht am 10.12.2019 von Ingo Salmen

Feuerwache Berlin-Mahlsdorf: Das sagt die Senatsinnenverwaltung. „Wir haben Stillschweigen vereinbart“, schrieb Bürgermeisterin Dagmar Pohle (Linke) kürzlich, als ich mich nach dem Ergebnis eines Gesprächs mit allen Beteiligten zur Feuerwache Mahlsdorf in ihrem Büro erkundigte.

Das Thema ist heikel, die Diskussion so angespannt wie die leidvolle Lage der Freiwilligen Feuerwehr in ihrer zu kleinen und maroden Wache in der Donizettistraße. Die Brandschützer würden liebend gern in ein neues Domizil in der Straße An der Schule 84 umziehen. Doch das Grundstück gehört der Treuhand Liegenschaftsgesellschaft (TLG), die nur verkaufen will, wenn der Rest des Gewerbeareals künftig auch mit Wohnungen bebaut werden kann. Das Bezirksamt hat deshalb eine Fläche südlich der B1/B5 ins Gespräch gebracht – gegen die sich die Wehr sträubt. „Im Ergebnis sind noch weitere Prüfungen erforderlich“, teilte ein Sprecher der Senatsinnenverwaltung nach dem Gespräch auf Anfrage mit. „Der Vorgang befindet sich in Bearbeitung.“

Was er außerdem sagt, setzt das Bezirksamt unter Druck. „Aktuell wird das Grundstück An der Schule 84 präferiert, das sich im Eigentum der Treuhand Liegenschaftsgesellschaft mbH Berlin befindet“, schrieb der Sprecher von Innensenator Andreas Geisel (SPD) auf die Frage, welchen Standort seine Verwaltung favorisiert. „Dieses Grundstück wurde von der Berliner Feuerwehr bisher einsatztaktisch am geeignetsten bewertet.“ Einem Kauf steht eine entscheidende Hürde allerdings im Weg: Bürgermeisterin Pohle hatte es bislang strikt abgelehnt, auf die Forderung der TLG einzugehen, das Gewerbegebiet in ein Mischgebiet umzuwandeln.

Die Alternative südlich der Bundesstraße hatte die Feuerwehr aus zwei Gründen bemängelt: Einerseits sei das Grundstück zu klein, andererseits bräuchten die Kamerad*innen, die in der Mehrzahl nördlich der Verkehrsachse wohnen, dann zu lange, um zum Einsatz zu kommen – auch eine Vorrangschaltung an der Ampel würde im Privatwagen kaum helfen. Bei Letzterem sekundiert die Innenverwaltung: „Die Einhaltung der Ausrückezeit von 4 Minuten ist aus Sicht der Feuerwehr mit dem Grundstück Alt-Mahlsdorf 104 derzeit nicht gegeben.“ Zur Frage nach der Grundstücksgröße verwies der Sprecher jedoch darauf, dass neben dem Grundstück mit der Nummer 104 auch das Nachbargrundstück mit der Nummer 103 im Gespräch sei. „Für die geplante XL-Wache ist eine Grundstücksfläche von ca. 4500 bis 5000 Quadratmeter erforderlich“, schrieb er. „Unter Hinzuziehung des Nachbargrundstücks Alt-Mahlsdorf 103 wäre ausreichend Fläche vorhanden, eine XL-Wache zu realisieren.“

Einfacher macht das die Sache nicht. Denn bei den benachbarten Grundstücken hat die Verwaltung es mit unterschiedlichen Eigentümern zu tun. Im Fall der Nummer 104 ist es der Bund, Nummer 103 befindet sich jedoch in privater Hand. Was das bedeutet, lässt eine Mitteilung der SPD-Abgeordneten Iris Spranger erahnen: Die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM), die vom Land mit der Suche beauftragt ist, rechne schon allein für den Ankauf des Bundesgrundstücks mit einer Dauer von drei bis fünf Jahren. Spranger berief sich dafür auf Angaben eines Spitzengesprächs das sie selbst eine Woche vor der Zusammenkunft auf Arbeitsebene bei der Bürgermeisterin organisiert hatte. An dem SPD-Treffen nahm sogar Senator Geisel persönlich teil. Spranger forderte daraufhin, dem Wunsch der TLG nach der Umwandlung in ein Mischgebiet nachzukommen, um eine schnelle Lösung für die Feuerwehr zu finden. Ihr Eindruck vom „Engagement der TLG zur Entwicklung eines neuen Stadtquartiers“ sei „positiv“. – Text: Ingo Salmen


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