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Verkehrslösung Mahlsdorf: BVG schreibt Planung der Tramstrecke aus

Veröffentlicht am 11.02.2020 von Ingo Salmen

Verkehrslösung Mahlsdorf: BVG schreibt Planung der Tramstrecke aus. Es wird ernst in Berlin-Mahlsdorf. Nach jahrelangem, oft erbittert geführtem Streit um eine neue Verkehrsführung im engen Ortskern geht es jetzt an die Umsetzung der von der Senatsverkehrsverwaltung festgelegten „Vorzugsvariante“: einer zweigleisig geführten Tramstrecke in der Hönower Straße und dem Autoverkehr parallel dazu in der Straße An der Schule. Im Auftrag des Landes hat die BVG die Planung für die „Neubaustrecke Tram Mahlsdorf“ zwischen Rahnsdorfer Straße und Bahnhof Mahlsdorf ausgeschrieben. Auftragsvolumen ohne Mehrwertsteuer: 853.475 Euro – allein für die Planung. als Zeitraum ist Anfang Juli 2020 bis Jahresende 2023 angegeben. Falls Sie über ein Ingenieur*innenbüro verfügen: Bis zum 6. März können Bewerbungen eingereicht werden, zur gesamten Ausschreibung geht’s hier.

In der Projektbeschreibung heißt es: „Die derzeitige Vorzugsvariante sieht eine ca. 1,9 km lange Streckenführung ab dem S-Bahnhof Mahlsdorf in zweigleisiger Ausbauform der Straßenbahn im Straßenzug Hönower Straße – Hultschiner Damm zwischen der Haltestelle „Rahnsdorfer Straße“ und südlich des S-Bahnhofs Mahlsdorf und Neubau einer Straßenbahn-Endhaltestelle am Eingang zum S-Bahnhof Mahlsdorf („Ausbau Mahlsdorf“) vor.“ Und damit es keine Missverständnisse gibt, bekommen wir unter Punkt II.2.10) „Angaben über Varianten/Alternativangebote“ noch den Hinweis „Varianten/Alternativangebote sind zulässig: Nein“.

Was bedeutet das für die Verkehrslösung insgesamt? Grundsätzlich handele es sich dabei um zwei separate Vorhaben, die aber eng aufeinander abstimmt würden, klärt Constanze Siedenburg, Sprecherin der Senatsverkehrsverwaltung, zunächst einmal auf: den Bau der Straßenbahnstrecke einerseits, von der BVG verantwortet, und den Bau der Straße An der Schule andererseits, dafür ist die Verkehrsverwaltung selbst zuständig.

Zur Tram sagt die Sprecherin: Die Vorplanung sei kurz vor dem Abschluss und werde voraussichtlich recht bald im ersten Halbjahr 2020 fertiggestellt. Daran würden die nun ausgeschriebenen Leistungen anknüpfen – inklusive Planfeststellungsverfahren. „Belastbare Aussagen zur Dauer eines Planfeststellungsverfahrens sind grundsätzlich schwierig“, betont Siedenburg. „Wird davon ausgegangen, dass ein Planfeststellungsbeschluss Ende 2023 vorliegen könnte (ohne Klageverfahren, Verzögerungen etc.), ist ein Baubeginn frühestens in 2024 möglich.“ Die Verwaltung rechnet derzeit mit einer Bauzeit von zwei Jahren. Demnach ist eine Fertigstellung der zweigleisigen Straßenbahnstrecke entlang von Hultschiner Damm und Hönower Straße nicht vor 2026 zu erwarten.

Und das ist der Stand beim Straßenbau: Die Vorplanung für die Straße An der Schule ist den Angaben zufolge abgeschlossen. „Derzeit ist die Entwurfsplanung in Bearbeitung mit dem Ziel, Ende 2020 das Planfeststellungsverfahren einzuleiten.“ Auch hier sind wieder alle Eventualitäten zu berücksichtigen. Im günstigsten Fall könne ein Planfeststellungsbeschluss bis Ende 2022 vorliegen. „Nach anschließender Ausschreibung der Bauleistungen könnte in 2023 mit den Bauarbeiten begonnen werden“, schreibt Siedenburg weiter. Bei der Straße wird mit einer Bauzeit von etwa anderthalb Jahren gerechnet. Daraus ergibt sich eine mögliche Fertigstellung 2024 oder 2025, also schon vor der Straßenbahnstrecke – wenn denn jetzt alles reibungslos läuft. – Text: Ingo Salmen
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