Namen & Neues

Neuer Protest gegen die Ortsumfahrung Ahrensfelde

Veröffentlicht am 11.08.2020 von Caspar Schwietering

Gegen die geplante Trasse der Ortsumfahrung Ahrensfelde formiert sich Widerstand. Zwischen Marzahn-Nordwest und Ahrensfelde soll die Bundesstraße 158 neu geführt werden. Die Ortsumfahrung soll dabei nach den Plänen des Bundes sowie der Länder Berlin und Brandenburg zu Beginn der Strecke in Troglage eng an der Klandower Straße in Marzahn-Nordwest vorbeigeführt werden. Zusätzlich soll es sechs Meter hohe Lärmschutzwände geben.

Viele Anwohner*innen lehnen die Planung ab. Sie befürchten durch die neue Straße eine zu starke räumliche Trennung der eng verwobenen Wohngebiete. Nun haben sich fünf Bürgerinitiativen aus Marzahn und Ahrensfelde zusammengetan, um gemeinsam gegen die Trasse mobil zu machen. Das Ziel der Initiativen: Ein Abbruch des laufenden Planfeststellungsverfahrens. „Wir möchten eine Ortsumfahrung, welche den Namen Ortsumfahrung auch verdient“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Die urbane Verbindung zwischen Marzahn Nordwest und Ahrensfelde dürfe nicht mit einer vierspurigen Autobahn durchschnitten werden. Stattdessen sollen nach dem Willen der Bürger*innen neue Varianten – etwa eine Führung der Straße durch Hohenschönhausen und Falkenberg – untersucht werden.

Für den 26. August laden sie zu einer Einwohnerversammlung ein. Ab 18:30 soll im Nachbarschaftshaus „Kiek In“ diskutiert werden. Dazu sind auch Politiker*innen aus Marzahn-Hellersdorf und Ahrensfelde sowie aus dem Abgeordnetenhaus eingeladen. Außerdem haben die Anwohner*innen eine Petition an die beiden Landesparlamente sowie den Bundestag geschickt.

Unterstützung erhalten die Bürger*innen von der Linken. Das Verfahren müsse neu aufgerollt werden, erklärte der Bezirksvorsitzende und Verkehrspolitiker Kristian Ronneburg. „Zu lange wurde über die Köpfe der Bewohnerinnen und Bewohner hinweg entschieden.“ Ähnlich äußert sich auch der Abgeordnete Stefan Ziller von den Grünen. „Die Regierungen in Berlin und Brandenburg wären gut beraten nicht weiter gegen einen Großteil der Menschen in Marzahn-Nord zu planen“, sagt er. Ziller fordert wie Ronneburg einen Neustart und einen Planungsbeirat für die Ortsumgehung. Als Vorbild nennt er die Tangentialverbindung Ost. Dort habe erst ein entsprechender Neustart einen Konsens für die Umsetzung ermöglicht.

In der Bezirksverordnetenversammlung hatten sich Linke und Grüne bereits 2018 für eine andere Trasse eingesetzt, während der damalige Verkehrsstadtrat Johannes Martin (CDU) und die anderen Parteien die aktuelle Planung zähneknirschend akzeptierten.

Viel Zeit bleibt allerdings nicht. Denn die Ortsumfahrung steht im bis 2030 gültigen Bundesverkehrswegeplan. Und diese Finanzierungszusage ist bei allem Ärger über den Trog doch viel wert. Schließlich wird über die Ortsumfahrung Ahrensfelde, die von den Anwohner*innen ja grundsätzlich befürwortet wird, schon seit DDR-Zeiten diskutiert.