Namen & Neues

Frauenbeirat muss Franziska Giffey an DDR-Geschichte erinnern

Veröffentlicht am 20.04.2021 von Paul Lufter

In der Broschüre „Frauen und Männer in Deutschland“ wollte Bundesfrauenministerin Franziska Giffey (SPD) unter anderem die „Meilensteine der Gleichstellung in Deutschland“ seit 1865 in einer Zeitschiene aufzeigen. Die Zeitschiene lies den Frauenbeirat Marzahn-Hellersdorf jedoch mit einer Frage zurück: „War da nicht noch was?“ Genau, die DDR! Denn die wurde in der Aufzählung des Ministeriums vergessen.

„Kein einziges Ereignis aus der DDR“ finde dort Erwähnung, teilte der Frauenbeirat in einer Pressemitteilung mit. Und das, obwohl die Broschüre „25 Jahre Deutsche Einheit“ von 2015 aus dem Ministerium noch deutlich aufzeigte, in welchen Bereichen es nach der Wende Gleichstellungsimpulse aus Ostdeutschland für ganz Deutschland gegeben hatte. Der Frauenbeirat wandte sich daraufhin mit einem Brief an Giffey. „Frau kann den Eindruck gewinnen, es habe die DDR nie gegeben oder aber: Sie solle schnellstens vergessen werden“, hieß es in dem Schreiben. Die vorliegende Broschüre sei für die Mitglieder des Frauenbeirats in dieser Form verletzend und ärgerlich.

Giffey sieht den Fehler ein. Die Kritik sei berechtigt und die Auslassung bedauerlich, teilte die SPD-Politikerin dem Frauenbeirat mit. „Die Auslassung der Entwicklungen in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik tut uns leid“, heißt es im Antwortschreiben aus dem Bundesministerium. Inzwischen ist die Online-Fassung der Zeitschiene ergänzt worden. Erwähnt werden dort nun die Artikel 7 und 18 der DDR-Verfassung von 1949, das Gesetz über den Mutter- und Kinderschutz und Rechte der Frau, in Kraft getreten am 1. Oktober 1950, das Gesetz über die Unterbrechung der Schwangerschaft von 1971 und die Einführung des Babyjahrs auch für das erste Kind 1986. Auch für die möglichen Neuauflage der Druckfassung wurde eine entsprechende Überarbeitung angekündigt. Wie es aber dazu kommen konnte, dass die DDR-Geschichte in der Ursprungsfassung vergessen wurde, bleibt offen.