Namen & Neues
Zwei Anträge zum Fällen von Bäumen in der Bodo-Uhse-Straße
Veröffentlicht am 24.05.2022 von Johanna Treblin
Beim Thema Innenhofbebauung in der Bodo-Uhse-Straße geht es immer wieder ein paar Schritte vor und ein paar zurück. Kürzlich wurden die Garagen, die am Rand auf einer ehemaligen Kita-Fläche standen, abgerissen. Der Umwelt- und Naturschutzbehörde liegen außerdem Anträge zum Fällen von Bäumen vor. Das sagte Stadträtin für Stadtentwicklung Juliane Witt (Linke) bei einem Pressegespräch am Montag im Naturschutzzentrum Schleipfuhl.

In der Bodo-Uhse- und der Lily-Braun-Straße will die Stadt und Land zwei grüne Innenhöfe bebauen. Die Anwohner:innen wehren sich seit Monaten dagegen. Die städtische Wohnbaugesellschaft argumentiert mit Paragraf 34 im Baugesetzbuch, der Neubauten ohne detaillierte planerische Vorgaben, Bürgerbeteiligung oder Widerspruchsmöglichkeiten zulässt, wenn es für die entsprechenden Gebiete keine planerische Grundlage gibt. Zudem muss sie natürlich bauen – schließlich wächst Berlin und wächst und wächst.
Doch in den vergangenen zehn Jahren wurden nirgends mehr Wohnungen gebaut als in Marzahn-Hellersdorf. Und während auch hier immer mehr Menschen hinziehen, wächst die Infrastruktur nicht im gleichen Maße mit.
Zwischen März und Ende September dürfen keine Bäume gefällt werden. Das sogenannte Sommerrodungsverbot soll die Fauna schützen, die Bäume als Lebensraum braucht. Doch es gibt Ausnahmen. Dafür müssen Anträge gestellt werden.
Die Stadt und Land hat nun zwei Anträge zum Fällen von Bäumen gestellt. Einer, so Witt, betrifft das geplante Neubauvorhaben für Wohnungen. Den will das Stadtentwicklungsamt ablehnen. Der andere Antrag muss genehmigt werden, erklärte Witt. Es gehe um eine Feuerwehrzufahrt. Offenbar gibt es bisher keinen Zugang für ein Feuerwehrauto in den Innenhof. Die Behörde ließ das von der Feuerwehr prüfen – und muss den Antrag genehmigen. Es geht um zwei Bäume und mehrere Sträucher.
Auch, wenn es eher so aussieht, als sei der Wunsch nach einer Feuerwehrzufahrt vorgeschoben – und auch, wenn die Feuerwehrzufahrt schon seit Jahrzehnten fehlte – jetzt, wo klar ist, dass es sich um einen Mangel handelt, muss er behoben werden.
Dennoch will Witt weiterhin das Land und die Wohnbaugesellschaft davon überzeugen, nicht zu bauen bzw. nur den Garagenriegel zu bebauen. Doch weder Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) noch die Stadt und Land scheinen einlenken zu wollen.
- Foto: Johanna Treblin