Kiezgespräch

Veröffentlicht am 13.02.2018 von Ingo Salmen

Wie ist es eigentlich um das Sojus bestellt? Vor einem Jahr hieß es, vielleicht schon Anfang 2018 könnte das Kino, das vielen so am Herzen liegt, abgerissen und durch ein Wohn- und Geschäftshaus ersetzt werden. Danach war nur noch von Verzögerungen zu hören. Jetzt geht es aber voran. Ein städtebaulicher Vertrag, der die Planung festschreibt, ist endlich ausgehandelt, wie Bürgermeisterin Dagmar Pohle (Linke) mitteilt. Sie hofft auf eine Unterzeichnung bis Ende des Monats. „Wenn’s nach mir geht, könnte ich in einer Woche unterschreiben“, sagt auch Investor Jens Grünert. Er will am Standort des alten Kinos einen Supermarkt errichten und darauf zweieinhalb Geschosse für Senioren- und Pflegewohnungen setzen (die Idee gab’s auch schon vor Aldi). Auf der Dachterrasse ist ein Café angedacht, das womöglich auch für die Öffentlichkeit zugänglich sein wird. Neben den Komplex kommt ein Parkhaus mit rund 240 Stellplätzen.

Wenn der städtebauliche Vertrag unterschrieben ist, ist auch der Weg frei für weitere Vereinbarungen: Der Kauf des Kinos selbst, der unter dem Vorbehalt dieses Vertrages steht, könnte dann abgewickelt werden. Gleiches gilt für den Ankauf bezirklicher Flächen um das Kino. Danach würde Grünert den Bauantrag einreichen. Ende 2018 oder Anfang 2019, schätzt er derzeit, könnte er das Sojus abreißen. Das müsse bis Februar abgeschlossen sein, um keine nistenden Vögel zu beeinträchtigen. Beim Bau hat das Parkhaus Vorrang, um Ersatz für wegfallende Parkplätze zu schaffen. Mitte 2019 könnte Grünert dann mit der Errichtung des eigentlichen Objektes beginnen. Eine Fertigstellung peilt er für das Jahr 2020 an. Noch offen ist, welcher Voll-Sortimenter in den Laden im Erdgeschoss einziehen wird. Ursprünglich war Rewe geplant. Nach Übernahme der benachbarten Kaiser’s-Filiale ist das jedoch nicht mehr gewiss. „Es sind momentan mehrere Interessenten im Gespräch“, sagt Grünert.

Und was wird aus den Sojus-Schriftzügen? Die gehen künftig getrennte Wege. Einer findet einen Platz neben diversen Kunstwerken im Innenhof des Verwaltungsgebäudes in der Riesaer Straße 94, wie Pohle erklärt. Den anderen wird Grünert am alten Sojus-Standort auf einer separat stehenden Wand anbringen, die er für diesen Zweck errichten will, sagt der Investor. Eine Tafel soll auch über die Geschichte des Kinos informieren. Ein möglicher Standort: vor dem Tunnel zur Allee der Kosmonauten.

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