Nachbarschaft

Veröffentlicht am 17.09.2019 von Ingo Salmen

Christine Müller, 48, aus Neukölln ist Trainerin, Dozentin und Beraterin mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit. An der Volkshochschule Marzahn-Hellersdorf bietet sie seit Jahresbeginn Kurse aus dem „Xpert“-Programm an: „Personal Business Skills“ für Unternehmen und Selbstständige. Anlässlich des hundertjährigen Jubiläums der Volkshochschulen in Deutschland sprachen wir mit ihr über dieses Angebot. Müller wird an diesem Freitag, 20. September, in den Nachmittagsstunden auch bei der VHS anzutreffen sein, wenn diese zum Tag der offenen Tür lädt. Zahlreiche Vorträge, Infostände und Musik sollen Lust auf Weiterbildung machen. mueller-christine.de

Sprachkurse, Zehn-Finger-Schreiben, Yoga – das sind die Angebote, die man mit Volkshochschulen verbindet. Sie aber bieten Kurse für Unternehmen an. Was hat es damit auf sich? Ich war in meinem ersten Leben Unternehmerin. Dadurch weiß ich, wie wichtig Softskills in den Geschäftsprozessen bei Projekten, Terminen, im Umgang mit Kunden und bei Konflikten sind. Die „Xpert“-Kurse wenden sich speziell an Selbstständige und Unternehmer. Die kommen natürlich alle schon ausgebildet zu uns. Aber hier vertiefen sie ihr Wissen. Ich gebe das weiter, wo ich selber gemerkt habe: Das braucht man im Arbeitsalltag. Und der Volkshochschulverband bietet sogar eine Prüfung mit Zertifikat an.

Was beinhalten denn die Kurse? Es gibt fünf Module: „Projekte organisieren“, „Zeit optimal nutzen“, „Wirksam vortragen“, „Erfolgreich verhandeln“ und „Konflikte lösen“. Die lassen sich einzeln oder in Kombination buchen und finden jeweils an zwei Wochentagen in kleinen Gruppen statt, damit ich auf jeden eingehen kann und es auch Feedback aus der ganzen Runde gibt. Jeder nimmt sich zum Beispiel ein konkretes eigenes Projekt vor, das er plant. Es geht auch darum, Prioritäten zu setzen, ein Entlastungsmanagement zu entwickeln – und auch mal nein zu sagen. Dafür lässt sich auch Bildungsurlaub nehmen: Arbeitgeber stellen ihre Mitarbeiter frei, die Kosten werden geteilt.

Nun bieten Sie jedes Modul nur einmal pro Semester an. Was tun, wenn die Unternehmen da gerade keine Zeit haben? Die Volkshochschulen haben 1919 ja damit angefangen, dass sie auch in den Unternehmen selber unterrichtet haben. Zu Beginn der Weimarer Republik gab es den großen Wunsch nach Förderung von Weiterbildung durch den Staat – und in den Firmen gab es Räume. Hundert Jahre später bietet die VHS Marzahn-Hellersdorf das wieder an: Wenn ein Unternehmen das heute wünscht, können wir auch individuell Termine in dessen Räumen vereinbaren – zum VHS-Tarif. Die meisten Arbeitgeber wissen nur nicht, dass es auch diese berufliche Qualifizierung bei den Volkshochschulen überhaupt gibt. – Interview: Ingo Salmen
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Diesen Text haben wir dem neuen Tagesspiegel-Newsletter für Marzahn-Hellersdorf entnommen. Den gibt es komplett und kostenlos unter leute.tagesspiegel.de.
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