Nachbarschaft

Veröffentlicht am 06.10.2020 von Ingo Salmen

Martin Pommerenke, 60, engagiert sich ehrenamtlich für die Hellersdorfer „Kiste“ (kiste.net) und die Biesdorfer Parkbühne (biesdorfer-parkbuehne.de), die beide von der gemeinnützigen DerArt GmbH mit Hilfe des Vereins Steinstatt betrieben werden. Er hat das Corona-Konzept für die beiden Kultureinrichtungen mit ausgearbeitet. Dass er gelernter Informatiker ist, kam ihm dabei zugute. Im Gespräch schildert er die schwierige Situation der beiden Bühnen – und wie das Team nach Lösungen sucht.

Wie ist es um Kiste und Parkbühne bestellt? Die Freiluftsaison ist de facto vorbei. Es gibt noch abends Kino, aber das Wetter lässt eigentlich nicht mehr viel zu. In der Kiste gab es sonst viele Veranstaltungen, unter anderem immer freitags und samstags Konzerte, doch die dürfen zurzeit nicht stattfinden. Immerhin haben wir noch Ausstellungen und den Kinobetrieb mit vier Vorstellungen täglich. Außerdem finden vormittags Kinderveranstaltungen und das wöchentliche Kinofrühstück statt. Ursprünglich bot das Kino 76 Plätze, jetzt nicht mal mehr die Hälfte. Problematisch ist die Belüftung der Räume bei sehr kalten Außentemperaturen. Deshalb bauen wir gerade eine moderne Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ein.

Was bedeutet das für den Verein? Die Zeiten sind schwierig, finanziell ist es knapp. Wir haben Soforthilfe und Preise für das Kinoprogramm erhalten. Diese Gelder kamen zur rechten Zeit. Vieles läuft aber nur durch den großen Einsatz der Mitarbeiter, Vereinsmitglieder und weiteren ehrenamtlichen Helfer.

Sie sagten, Sie zeigen noch ein paar Filme in der Parkbühne. Wie lange soll das noch gehen? Wir haben die Saison ein bisschen gestreckt und hoffen weiterhin auf gutes Wetter. Die Saison läuft nun noch bis zum 14. Oktober. Die Gäste können sich Decken mitbringen, warme Getränke haben wir im Angebot.

Welche Vorkehrungen haben Sie getroffen? Wir haben neue Stühle angeschafft und nummerierte Sitzplätze eingeführt, sodass man sich nicht mehr wie früher irgendwo auf eine Bank setzen kann. Ich habe extra eine Software dafür geschrieben. Jeder Gast bekommt dann seinen individuellen Wegeplan ausgedruckt, damit er schnell seinen Platz findet. Alle Wege sind als Einbahnstraßen gekennzeichnet. Die Kapazität ist von 800 auf 200 Plätze gesunken, das aber auch nur, wenn Pärchen und größere Haushalte kommen – bei lauter Einzelpersonen reicht es nur für 80 Plätze. Wer sitzt, darf auch seine Maske abnehmen, die Abstände sind sehr groß.

Sie haben also noch mal richtig Geld in die Hand genommen? Da sind im Sommer viele tausend Euro investiert worden. Es wurden Rücklagen verbraucht, und zusätzlich erhielten wir zum Glück viele Spenden. Wichtig ist uns die Sicherheit und Gesundheit unserer Gäste. – Text: Ingo Salmen
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Dieser Text erschien zuerst im Tagesspiegel für Marzahn-Hellersdorf. Unsere 12 Tagesspiegel-Bezirksnewsletter für die 12 Berliner Bezirke gibt es kostenlos – und natürlich Bezirk für Bezirk – unter leute.tagesspiegel.de
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