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von Julia Weiss
Veröffentlicht am 15.07.2026
wird der Kleine Tiergarten zum neuen Leopoldplatz? Das wollten zwei grüne Abgeordnete aus Mitte Anfang des Jahres von der Senatsverwaltung wissen (wir berichteten). Der Drogenhandel sei dort „regelrecht explodiert“, schrieben Taylan Kurt und Jian Omar. Wie ist die Lage aktuell und wie hat sich die Situation entwickelt? Mein Kollege Simon Röhricht hat sich vor Ort umgesehen und mit Betroffenen gesprochen.
Er hat beobachtet, dass sich etwa dreißig Drogenkonsumierende regelmäßig auf einem rund 200 Meter langen Abschnitt des Parks zwischen den Ausgängen des U-Bahnhofs Turmstraße aufhalten. Tagsüber verteilen sie sich vorwiegend auf die Sitzbänke an den äußeren Wegen. Mehrere Dealer auf Fahrrädern rotieren zwischen den Grüppchen und sprechen Konsumierende an.
Eine von ihnen ist Yvonne. Früher habe sie sich tagsüber oft vier U-Bahn-Stationen weiter nördlich am Leopoldplatz aufgehalten, sagt die 46-Jährige. Inzwischen verbringt sie mehr Zeit im Kleinen Tiergarten. Sie fühlt sich selbst nicht wohl in dem Park, doch hier kann sie Crack kaufen.
Seit die Polizei auf dem Leopoldplatz mehr kontrolliert, hat sich ein Teil der Drogenszene in den Kleinen Tiergarten verlagert. Solche Verdrängung von einem Ort zum anderen ist ein bekanntes Phänomen. Auch am U-Bahnhof Osloer Straße gab es bereits massive Probleme mit Crackkonsum. Was eine Kneipenbesitzerin, ein Apotheker und eine Abhängige im Kleinen Tiergarten erleben, lesen Sie hier nochmals ausführlich.