Kultur

Die Weltzeituhr wird vermarktet

Veröffentlicht am 14.11.2018 von Laura Hofmann

Seit fast 50 Jahren ist die Weltzeituhr auf dem Alexanderplatz ein beliebter Treffpunkt für Berliner wie ihre Gäste, entworfen von Designer Erich John, etwas verfrüht am 30. September 1969 anlässlich des 20. Jahrestages der DDR der Öffentlichkeit übergeben, Teil des damals neugestalteten Alex-Ensembles mit dem Fernsehturm als alles überragendes Schaustück. Die Uhr steht seit drei Jahren unter Denkmalschutz, zeitlos schön und zugleich Ausdruck ihrer Zeit, wurde doch den DDR-Bürger eine Weltläufigkeit ihres Staates vorgegaukelt, der ihnen selbst, sogar mit Waffengewalt, verwehrt war.

Die Besitzrechte an der Uhr sind klar, das runde Ding gehört dem Land. Die Vermarktungsrechte allerdings lagen bislang brach, oder genauer: Sie lagen bei Designer Erich John, der sie aber nicht nutzte. Damit ist jetzt Schluss: An diesem Mittwoch wird auf einer Pressekonferenz das Berliner Start-up „Weltzeituhr“ vorgestellt, dem John die exklusiven Vermarktungsrechte übertragen hat, „eine hochwertige, nachhaltig produzierte Produktkollektion“ auf den Markt zu bringen. Geschäftsführer Carsten Kollmeier sagt, man werde dafür Sorge tragen, „dass diese legendäre Design-Ikone vor jeglichem Missbrauch geschützt wird“. tagesspiegel.de

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