Macher

Bürotower statt Wohnhochhaus

Veröffentlicht am 01.12.2017

Die Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) plant in der Köpenicker Straße ein Wohnquartier mit ursprünglich 152 Wohnungen. Nun wird wohl nur die Hälfte davon realisiert. Im 13-geschossigen Hochhaus an der Ecke zur Michaelkirchstraße sollen Büro- statt Wohnflächen entstehen. Warum? Ein Gutachten zeige, dass der Lärm vom gegenüber gelegenen Vattenfall-Kraftwerk Mitte gegen die Verwaltungsvorschrift TA Lärm (Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm) verstoße. Das berichtete eine Mitarbeiterin der WBM bei einer Infoveranstaltung am Dienstagabend. Vattenfall dementierte das gegenüber der „Berliner Woche“.

Laut WBM könne aus Lärmschutzgründen nur die dreigeschossige Bebauung zwischen Jannowitzbrücke und Michaelkirchplatz bewohnt werden. Macht 74 Wohnungen weniger in der Innenstadt. Wohnungen, die dringend benötigt werden. Max Landero, Bürgerdeputierter der SPD im Ausschuss Soziale Stadt, ist entsetzt: „Es kann nicht sein, dass eine Wohnungsbaugesellschaft, die dazu da ist, Wohnungen zu bauen [das sagt schließlich schon der Name, Anm. d. Red.] ihre Energie in ein Bürohochhaus steckt, wenn in der Stadt echte Wohnknappheit herrscht“, sagte er mir am Telefon. Das Grundstück gehört der WBM. Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD) sagte auf meine Anfrage: „Wir werden alles versuchen, dass doch Wohnungen gebaut werden können. Die Umweltgesetzgebung ist einfach überzogen, was Lärmschutz angeht.“